Zukunft der Kita Villa Lindenbaum – Eltern fordern Klarheit, Kreisverwaltung arbeitet an Lösung | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Im offenen Brief fordern Eltern der Kita Villa Lindenbaum Klarheit über die Zukunft der Einrichtung. Sie kritisieren fehlende Transparenz, widersprüchliche Entwicklungen bei anderen Kitas und verlangen eine verlässliche Lösung für Betreuung und Personal ab 2026.

Zukunft der Kita Villa Lindenbaum – Eltern fordern Klarheit, Kreisverwaltung arbeitet an Lösung

Wie der Herzeblog bereits berichtet hat, sorgt die ungewisse Zukunft der Kita Villa Lindenbaum in Clarholz für große Verunsicherung bei Eltern und Familien. In einem offenen Brief haben sich Vertreterinnen und Vertreter des Elternbeirats an die kommunale und überregionale Politik gewandt. Sie fordern Transparenz, Planungssicherheit und eine verlässliche Perspektive für die Betreuung ihrer Kinder.

Die Kita Villa Lindenbaum wurde 2023 als Übergangslösung in modularer Bauweise eröffnet. Laut Jugendamt des Kreises Gütersloh wird die Betreuung „aufgrund der prognostizierten Bedarfe nur noch zwei Jahre weitergeführt werden“. Damit sei der Betrieb bis Sommer 2027 gesichert. Der ursprünglich geplante Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Huckenbeck am Marktplatz in Clarholz wird nicht mehr realisiert. Hintergrund sind stagnierende Anmeldezahlen und die damit verbundene Unsicherheit über den langfristigen Bedarf.

Der Kreis Gütersloh versucht in einer Stellungnahme zu dem Elternbrief zu erklären: „Die Bedarfssituation für Kitaplätze in Herzebrock-Clarholz hat sich in den vergangenen beiden Jahren sehr verändert. Wider Erwarten ist die Nachfrage nach Kitaplätzen bei gleichbleibenden Kinderzahlen bereits zum Kitajahr 2024/2025 zurückgegangen. Die Bedarfsplanung des Kreises Gütersloh richtet sich nach den Zielquoten, die vom Jugendhilfeausschuss festgesetzt werden.“

Auch zur Trägerschaft ab August 2026 gibt es bislang keine endgültige Entscheidung. „Für die Weiterführung ab 01.08.2026 befindet sich der Kreis Gütersloh zurzeit noch in Gesprächen. Den Eltern wurde zugesagt, dass sie im Herbst 2025 dazu eine Rückmeldung erhalten“, so der Kreis Gütersloh in der Stellungnahme .

In ihrem offenen Brief verweisen die Eltern nun auf vermeintlich parallele Erweiterungen anderer Einrichtungen im Ort. So heißt es dort: „Während andere Kitas in Herzebrock-Clarholz ihr Betreuungsangebot ausweiten – die Kita St. Christina mit zusätzlichen Plätzen, die Kita St. Norbert mit einer neuen Gruppe sowie neuen U3-Plätzen – steht unsere Einrichtung vor dem Aus.“

Diese Darstellung ist jedoch nicht ganz korrekt. Die Kita St. Christina plant keine Erweiterung der Platzkapazität, sondern eine konzeptionelle Anpassung: Künftig sollen auch Kinder unter zwei Jahren aufgenommen werden. Aufgrund des höheren Betreuungsschlüssels in dieser Altersgruppe könnten dadurch rund zehn Kinder weniger betreut werden als bisher. Die Kita St. Norbert hat ihre Gruppenkapazität bereits vor zwei Jahren erhöht – die Maßnahme ist nicht aktuell und steht in keinem Zusammenhang mit der Situation der Villa Lindenbaum.

Die Eltern sollen fortlaufend über den Stand der Entwicklungen informiert werden.