Tödlicher Unfall eines Rollstuhlfahrers mit der Bahn zwischen Herzebrock und Rheda

Tödlicher Unfall eines Rollstuhlfahrers mit der Bahn zwischen Herzebrock und Rheda

Update:

Bei einem tragischen Unfall ist am Dienstvormittag ein 67-Jähriger Mann aus der Gemeinde verstorben, der mit seinem Elektro-Krankenfahrstuhl einen Bahnübergang überqueren und von einer Eurobahn auf dem Weg nach Münster erfasst wurde.

Der Senior war auf dem als Privatweg gekennzeichneten Herlagenweg, unweit der Kreuzung Clarholzer Straße (B64)/ Herzebrocker Straße in Rheda aus Richtung des ehemaligen Hofes in Richtung Straße unterwegs, als er den von rechts herannahenden Dieselzug offenbar nicht bemerkte und die Gleisanlage überqueren wollte.Laut Fahrplan verlässt die Regionalbahn 67 den Bahnhof in Rheda-Wiedenbrück um 10.40 und erreicht den Haltepunkt in Herzebrock um 10.46 Uhr.

„Wir sind um 10.56 Uhr alarmiert worden zu einem Unfall mit eingeklemmter Person“, berichtete an der Unfallstelle der heimische Feuerwehrchef Franz-Josef Toppmöller nach den ersten Maßnahmen. Die rund 70 Fahrgäste seien gesichtet worden, verletzt habe sich nach ersten Erkenntnissen offenbar niemand. Auch der 46-jährige Zugführer aus Lage blieb nach eigenen Angaben unverletzt.

Für den Rentner kam jede Hilfe zu spät, der aus Gütersloh herbeigeeilte Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Feuerwehrleute bauten einen Sichtschutz auf, um den Bahnreisenden den Anblick zu ersparen.

Die Fahrgäste wurden von den Feuerwehrleuten in kleinen Gruppen aus den Waggons geleitet, zum leichteren Ausstieg war zuvor eine Rettungsbühne aufgebaut worden. Sie ermöglicht normalerweise bei den hohen Lkw-Zugmaschinen ein bequemeres Arbeiten für die Feuerwehrleute.

Von mehreren Mannschaftstransportern der Feuerwehr sowie einigen Streifenwagen der Polizei wurden die Mitfahrenden zunächst wieder zum Bahnhof nach Rheda gebracht und hier von Notfallseelsorgern sowie Opferschutzbeauftragten der Polizei betreut. Ferner wurden aus dem Konzept für den Massenanfall von Verletzten das Modul Betreuung Süd alarmiert, die Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisationen kümmerten sich ebenfalls um die gestrandeten Fahrgäste.Ein Teil der Personen wurde später noch zum Bahnhof nach Herzebrock gebracht, wo sie ihre Reise fortsetzen konnten.

Während der Spurensicherung blieb die Bahnstrecke rund viereinhalb Stunden komplett gesperrt. Auf dem Portal zuginfo.nrw wurde bekannt gegeben, dass die Sperrung bis in den Nachmittag andauert. In der Folge könne es zu Verspätungen und wahrscheinlich zu Teilausfällen kommen, heißt es weiter, die Reiseverbindung solle kurz vor Abfahrt geprüft werden. Ferner sei ein Ersatzverkehr mit einem Bus zwischen Beelen und Rheda-Wiedenbrück eingerichtet worden.

Speziell geschulte Beamte des Polizeipräsidiums Bielefeld (VU-Team) sicherten alle analogen und digitalen Spuren an der Unfallstelle. Mit Hilfe einer Drohne wurden Bilder gemacht, um später die Geschehnisse möglichst genau rekonstruieren zu können.

Neben Beamten der Kreispolizeibehörde Gütersloh waren auch die für den Bahnverkehr zuständigen Polizisten der Bundespolizei aus Bielefeld und Münster an der Unfallstelle. Auch ein Notfallmanager der Deutschen Bahn sowie Mitarbeiter der Eurobahn waren vor Ort.

Ein anderer Zugführer übernahm schließlich das Fahrzeug.

Bild und Text: Andreas Eickhoff

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