Struven – eine westfälische Karfreitagstradition, die nach Zuhause duftet
In Westfalen gehört Karfreitag ohne Struven ungefähr so zusammen wie Schützenfest ohne Marschmusik. Die kleinen Hefepfannkuchen mit Rosinen sind seit Jahrhunderten eine typische Fastenspeise: schlicht, sättigend und ohne Fleisch – aber voller Wärme und Erinnerungen.
Früher wurden Struven am Karfreitag sogar an Bedürftige verteilt, später wurden sie zum festen Familienritual. In vielen Haushalten gibt es sie nur einmal im Jahr, was sie noch besonderer macht. Der Duft von Hefe, Butter und ein bisschen Kindheit liegt dann in der Luft.
Struven sind ein Stück westfälische Identität: einfach, bodenständig, herzlich – und genau deshalb so geliebt.
Rezept: Klassische westfälische Struven
Zutaten (für ca. 12 Stück)
500 g Mehl
1 Würfel Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe)
500 ml lauwarme Milch
2 EL Zucker
1 Prise Salz
150 g Rosinen
Etwas Butter oder Öl zum Ausbacken
Zubereitung
1. Hefeteig ansetzen:
Hefe in der lauwarmen Milch auflösen, Zucker zugeben und kurz stehen lassen. Mehl und Salz in einer Schüssel mischen, Hefemilch zugeben und zu einem glatten Teig verrühren.
2. Rosinen unterheben:
Die Rosinen einarbeiten und den Teig abgedeckt ca. 45–60 Minuten gehen lassen, bis er sichtbar aufgegangen ist.
3. Struwen ausbacken:
Etwas Butter oder Öl in einer Pfanne erhitzen. Mit einem Löffel kleine Teigportionen hineingeben und bei mittlerer Hitze goldbraun ausbacken – erst eine Seite, dann wenden.
4. Servieren:
Klassisch mit Zucker, Zimt oder Apfelmus.
Warm schmecken sie am besten.
Karfreitag in Lette: Struven im Feuerwehrhaus
Wer Struven nicht selbst backen möchte oder Lust auf ein gemütliches Karfreitagsessen hat:
Die Feuerwehr Lette lädt morgen um 11 Uhr zum traditionellen Struvenessen ins Feuerwehrgerätehaus an der Jahnstraße ein.
Eine schöne Gelegenheit, Tradition, Gemeinschaft und ein leckeres Stück Westfalen zu verbinden.