Erinnerungen, die ein Leben lang bleiben
Als die aktuellen Fotos der Erstkommunionkinder veröffentlicht wurden, meldete sich Thomas Paulick aus Berlin – im Dorf früher liebevoll „Fizzi“ genannt. Die neuen Aufnahmen ließen in ihm sofort Bilder aus seiner eigenen Kindheit aufsteigen. 1966 ging er in Herzebrock zur Kommunion, ein Tag, der ihm bis heute lebhaft in Erinnerung geblieben ist.
Auf Nachfrage schickte er uns alte Fotos: getrennte Gruppenaufnahmen von Mädchen und Jungen, wie es damals üblich war, damit alle auf der großen Treppe Platz fanden. Die Bilder zeigen ernste Gesichter, festliche Kleidung und eine Atmosphäre, die man heute kaum noch so erlebt.
Und doch sind es nicht nur die Fotos, die bleiben – es sind die Gefühle. Das weiße Kleid der Mädchen, das frisch gestärkte Hemd der Jungen, die besonderen Frisuren, die man nur für diesen einen Tag bekam. Die Aufregung am Morgen, das Kribbeln im Bauch, weil man plötzlich im Mittelpunkt stand. Die Feier zuhause, zu der die ganze Familie kam. An der Haustür lagen kleine Schokoladenstückchen bereit für die Besucher, die Glückwunschkarten vorbeibrachten. Es war ein Tag, an dem man sich groß fühlte, wichtig, gesehen.
Vor zehn Jahren traf sich sein Jahrgang zur Goldenen Kommunion wieder. Wieder entstand ein Foto auf derselben Treppe – diesmal mit Gesichtern, die das Leben gezeichnet hat, aber mit demselben vertrauten Lächeln. „Es sind wunderschöne Erinnerungen“, schreibt Paulick. Und tatsächlich: Diese Bilder erzählen nicht nur von einem Fest, sondern von einem Stück Dorfgeschichte.
In diesem Jahr stünde die Diamantene Kommunion an – 60 Jahre nach dem großen Tag. Anreisen kann er leider nicht. Doch er hofft, zur Eisernen Kommunion wieder dabei zu sein. Ein Wunsch, der zeigt, wie tief die Verbundenheit zu Herzebrock bleibt, selbst über Jahrzehnte und viele Kilometer hinweg.