50 Jahre Kolping-Zeltlager: Clarholzer Ferienfreizeit feiert ein halbes Jahrhundert Gemeinschaft und Abenteuer | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Seit 1976 steht das Zeltlager der Kolpingjugend Clarholz für Gemeinschaft, Abenteuer und gelebtes Ehrenamt. Vom ersten Ferienlager in Blankenrode bis zum Jubiläum in Medelon verbindet die Ferienfreizeit Generationen – und zeigt, warum zwölf Tage im Sauerland für viele längst ein Stück Heimat geworden sind.

50 Jahre Kolping-Zeltlager: Clarholzer Ferienfreizeit feiert ein halbes Jahrhundert Gemeinschaft und Abenteuer

50 Jahre Zeltlager: Eine Clarholzer Tradition lebt

von Kolpingjugend Clarholz

Vom ersten Ferienlager in Blankenrode bis zum Jubiläum in Medelon - seit 1976 steht das Zeltlager der Kolpingjugend Clarholz für Gemeinschaft, Abenteuer und ehrenamtliches Engagement

Clarholz/Medelon. Wenn nach zwölf Tagen die letzten Zelte abgebaut sind, die Lagerfahne eingeholt wird und die Busse wieder Richtung Clarholz rollen, bleibt vor allem eines zurück: jede Menge Erinnerungen. In diesem Sommer waren diese Erinnerungen besonders, denn das Zeltlager der Kolpingjugend Clarholz feierte sein 50-jähriges Bestehen. Mehr als 90 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 15 Jahren machten sich dafür auf den Weg nach Medelon bei Medebach - und führten eine Tradition fort, die längst fester Bestandteil des Clarholzer Gemeindelebens geworden ist.

Begonnen hat alles im Jahr 1976. Damals wandte sich Vikar Konrad Czech an die kirchlichen Vereine in Clarholz mit der Idee, die frühere Tradition der Messdienerzeltlager wieder aufleben zu lassen. Die Kolpingsfamilie erkläre sich dazu bereit und organisierte das erste Kolping-Zeltlager in Blankenrode im Paderborner Land. Aus einem zunächst mutigen Experiment wurde in den folgenden Jahren eine feste Größe im Clarholzer Sommer.

Schon bei seiner Premiere setzte das Lager ein damals ungewöhnliches Zeichen: Es richtete sich an Mädchen und Jungen. Eine Messdienerfreizeit hätte zu jener Zeit nur Jungen angesprochen. Der damalige Kolpingvorsitzende Norbert Gertheinrich und Vorstandsmitglied Theo Terlutter unterstützten deshalb die Idee eines gemischten Ferienlagers. Terlutters Tochter Ursula gehörte schließlich ebenfalls zur ersten Reisegruppe.

Dass die Verbindung zu diesen Anfängen auch nach 50 Jahren noch lebendig ist, zeigte sich in Medelon auf besondere Weise: Norbert Gertheinrich, der die Anfänge des Lagers als damaliger Kolpingvorsitzender unmittelbar mitgeprägt hatte, ließ es sich nicht nehmen, das Jubiläumslager persönlich zu besuchen. Gemeinsam mit dem Clarholzer Ortsvorsteher Franz-Josef Tegelkamp machte er sich ein Bild vom heutigen Lagerleben. So trafen auf dem Zeltplatz gewissermaßen die erste und die heutige Zeltlagergeneration aufeinander.

Vieles hat sich in 50 Jahren verändert – vor allem der Aufwand hinter dem Lager ist deutlich größer geworden. Heute gehören Schulungen, Hygieneregeln, Führungszeugnisse, Förderanträge und umfangreiche organisatorische Vorbereitungen dazu. Auch deutlich mehr Material und Technik werden jedes Jahr ins Sauerland transportiert und vor Ort aufgebaut. Geblieben ist dagegen das Entscheidende: Junge Menschen investieren einen großen Teil ihrer Freizeit und zum Teil ihren Urlaub, um Kindern und Jugendlichen zwölf erlebnisreiche Tage zu ermöglichen.

Die Verantwortung für die umfangreichen Vorbereitungen und den Ablauf vor Ort hatten dabei die heutige Lagerleitung aus Luisa Maasjosthusmann, David Schöning und Linus Barkow. Gemeinsam mit einem großen ehrenamtlichen Team aus Betreuerinnen und Betreuern, Helfenden sowie dem Küchenteam sorgten sie dafür, dass aus monatelanger Planung ein unvergessliches Zeltlager wurde.

Und dieses Team hatte auch im Jubiläumsjahr einiges vorbereitet. Schon bei der Ankunft am 20. Juli wurden die Kinder in Medelon von den bereits vor Ort tätigen Helfenden empfangen, bezogen ihre Mannschaftszelte und erkundeten den Ort. Danach folgten zwölf Tage, an denen kaum einer dem anderen glich: Frühsport und Morgenspiele gehörten ebenso dazu wie das traditionelle "Siedler von Westfalen", eine überraschende Nachtwanderung zum Sonnenaufgang, eine Wasserolympiade und zahlreiche Geländespiele. Eine Hüpfburg sorgte ebenso für Begeisterung wie kreative Workshops, bei denen unter anderem Traumfänger, Schatzkisten, Bilderrahmen und Insektenhotels entstanden.

Natürlich durften auch echte Zeltlagerklassiker nicht fehlen. Bei der Miniplaybackshow standen die 1980er-Jahre im Mittelpunkt: Jedes Zelt hatte einen Song ausgewählt und dazu eine eigene Choreografie einstudiert. Anschließend wurde bei der Lagerdisco weitergefeiert. Und als in der Nacht tatsächlich die ersten Fahnenräuber auftauchten, zeigte sich, dass auch diese Tradition noch quicklebendig ist. Die Fahne konnte verteidigt werden.

Zu den ruhigeren Höhepunkten gehörte die Lagermesse mit Pastor Georg Ischler. In der Messe beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit der Frage, was jeden Einzelnen wertvoll macht. Beim gemeinsamen Singen des Clarholzer Heimatliedes wurde zugleich deutlich, dass ein Zeltlager fernab der Heimat auch ein besonderes Stück Clarholz im Sauerland ist.

Auch Ausflüge gehörten zum Jubiläumsprogramm. Rund sieben Kilometer ging es zu Fuß ins Schwimmbad nach Medebach. Ein weiterer Ausflug ging in den Freizeitpark Fort Fun. Selbst ein kräftiges Gewitter mit Wind und Regen konnte dort die Stimmung nur kurz bremsen.

Zum Abschluss wurde es noch einmal festlich. Der traditionelle Galaabend stand 2026 unter dem Motto „Hollywood“. Die Schützenhalle wurde herausgeputzt, am Eingang entstanden Erinnerungsfotos wie auf dem roten Teppich und Teilnehmende sowie Betreuende wurden geehrt und verabschiedet. Nach Musik und Tanz folgte draußen im Schein von Fackeln ein ruhiger Abschluss. Es wurde gemeinsam gesungen, gelacht, geweint und sich ein letztes Mal in den Arm genommen. Am nächsten Morgen wurden Küche und Lagerplatz endgültig geräumt, die Fahne eingeholt und die Busse Richtung Clarholz bestiegen. Rechtzeitig zur Laurentiuskirmes waren alle wieder zu Hause.

Dass diese Abschiede nach einem halben Jahrhundert noch immer schwerfallen, ist vielleicht das beste Zeichen dafür, dass die Grundidee von 1976 bis heute funktioniert. Aus dem ersten Lager in Blankenrode ist eine Ferienfreizeit geworden, die Generationen von Clarholzer Kindern, Jugendlichen und Ehrenamtlichen miteinander verbindet. Viele, die einst selbst mit dem Schlafsack im Mannschaftszelt lagen, kehrten später als Betreuende oder Helfende zurück.

50 Jahre nach den Anfängen ist das Clarholzer Kolping-Zeltlager deshalb weit mehr als eine Ferienfahrt. Es ist ein Stück Heimat, das jeden Sommer für zwölf Tage mit ins Sauerland reist - und eine Tradition, bei der die nächste Generation längst bereitsteht.