Erwachsenenaustausch mit der niederländischen Partnerstadt Steenwijkerland zum Thema Energie-Klima-Umweltschutz

Erwachsenenaustausch mit der niederländischen Partnerstadt Steenwijkerland zum Thema Energie-Klima-Umweltschutz

Ein aktuelles Thema hat der Verein für Städtepartnerschaften und Freundschaften für den Erwachsenenaustausch mit der niederländischen Partnerstadt Steenwijkerland festgelegt. Und dieses Thema hat viel Lob und Anerkennung der Gäste gefunden. „Mit Energie-Klima-Umweltschutz habt ihr die Messlatte für uns sehr hoch angesetzt“, stellte der Vorsitzende der Stichting Jumelage Pieter Muller beim sonntäglichen Arbeitsgespräch zwischen den Vertretern beider Kommunen fest. Pieter Muller bedanke sich herzlich für die Organisation des dreitägigen Besuches.

25 Besucher aus der rund 45.000 Einwohner zählenden Kommune Steenwijkerland aus der Region Overijssel haben sich am Freitagmorgen auf den Weg nach Herzebrock-Clarholz gemacht. Begrüßt wurden sie von dem Vorsitzenden des Vereins für Städtepartnerschaften und Freundschaften Herzebrock-Clarholz Wilhelm Towara. Auf den besonderen Wunsch der Niederländer war es gelungen, eine Betriebsbesichtigung bei der Firma LMC zu organisieren. Die Produktion von Wohnmobilen und Wohnwagen fand großes Interesse bei den campingbegeisterten Niederländern.

Am Samstag wurde dann das Austausch-Thema bearbeitet; zunächst mit der Besichtigung der Biogas-Anlage der Familie Brand am Weißen Venn. Dort werden Rinder gezüchtet, deren Gülle in der Biogas-Anlage ebenso zu Energie umgewandelt wird, wie von anderen landwirtschaftlichen Betrieben angelieferter Mist, Zuckerrüben und Mais. Der Maisbedarf für zwei Jahre lagert derzeit auf dem Hof. Etwa zu gleichen Teilen wird dort Elektrizität und Biogas hergestellt. Mit diesem Biogas werden bereits einige umliegende Wohnhäuser versorgt. Eine etwa 1,5 Kilometer lange Fernwärmeleitung führt zum Hallenbad und zur von-Zumbusch-Schule.

Schwimmmeister Sergej Litmann erläuterte im Keller des Hallenbades die Funktionsweise der Wärmeversorgung. Gut 80 Grad Celsius hat das dort ankommende Wasser. Mit dieser Wärmeversorgung ist das Herzebrocker Hallenbad völlig unabhängig von fossilen Energieträgern.

Während in der Mensa der von-Zumbusch-Gesamtschule noch das Mittagessen eingenommen wurde, befassten sich die ersten Besucher und ihre deutschen Gastgeber bereits mit dem nächsten Thema: Die Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde, Caroline Hüttemann, stellte das vom Rat der Gemeinde beschlossene Klimaschutzkonzept mit Hilfe einer Präsentation vor. Den Dolmetschern Kurt Pengel, gleichzeitig Schatzmeister der Jumelage, und Monique Boer ist es gelungen, die Ziele und Maßnahmen, deren Umsetzung und die Aufgaben der Kommune verständlich zu erklären.

Das Interesse der Teilnehmer war so groß, das Vorsitzender Wilhelm Towara die Fragestunde abbrechen musste, da zum Abschluss noch die Herzebrocker Kläranlage besichtigt werden sollte. Dort führten die stellvertretende Leiterin Anna Strotmann und Jens Wedeking in zwei Gruppen durch das Gelände. Es wurde deutlich, dass die Kläranlage autark arbeitet, da sie aus dem Abwasser wertvolles Faulgas und daraus dann Wärme und Elektrizität herstellt.

Bürgermeister Marco Diethelm hob vor einem gemeinsamen Abendessen im Landgasthaus Heitmann vor dem Hintergrund der Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland die Bedeutung von Städtepartnerschaften für die europäischen Staaten hervor und forderte sie zu einem weiteren Zusammenhalt auf. Durch die Worte ergriffen, baten die niederländischen Freunde um eine Ausfertigung seiner Rede.

In einem Arbeitsgespräch legten die offiziellen Gäste den nächsten Austauschtermin fest: Anfang September 2023 fahren die Herzebrock-Clarholz wieder in ihre Partnerstadt. Beide Seiten legten dafür wieder ein aktuelles Thema fest. Hochwasserschutz soll dann gemeinsam erarbeitet werden.

Die Gäste genossen noch abschließend den Clarholzer Erntedank-Umzug, bevor es auf den rund 250 Kilometer langen Heimweg ging.

Logo