TSV Victoria Clarholz überzeugt bei Deutschen Jugend- und Synchronmeisterschaften – Bronze im Einzel und die Vizemeisterschaft im Synchrontrampolinturnen
Nervenstärke, Kampfgeist und ein Gespür für den richtigen Moment: Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften und den Deutschen Synchronmeisterschaften im Trampolinturnen in Potsdam haben die Aktiven des TSV Victoria Clarholz eindrucksvoll auf sich aufmerksam gemacht. Im Mittelpunkt stand Julian Baumann, der gleich zweimal den Sprung aufs Siegerpodest schaffte. Neben Bronze im Einzelwettbewerb sicherte er sich gemeinsam mit seinem Synchronpartner Illia Dotsenko (TG Münster) sogar die Deutsche Vizemeisterschaft. Auch Nele Quiel und Anni Topmöller überzeugten mit starken Leistungen und verpassten weitere Medaillen nur knapp.
Zum Auftakt der Jugendmeisterschaften gingen Nele Quiel und Julian Baumann in der Altersklasse 17+ an den Start. Für Quiel, die bereits zum achten Mal bei Deutschen Meisterschaften dabei war, wurde der Wettkampf zu einer weiteren wertvollen Erfahrung auf nationaler Bühne. Ein kleiner Patzer gegen Ende ihrer Übung verhinderte zwar ein noch besseres Ergebnis, doch mit Rang 14 behauptete sie sich in einem leistungsstarken Teilnehmerfeld und erreichte einen respektablen Mittelfeldplatz.
Wie eng im Trampolinturnen Erfolg und Enttäuschung beieinanderliegen können, bekam anschließend Julian Baumann zu spüren – allerdings auf der erfreulichen Seite. Der Wiedenbrücker im Trikot der Victoria präsentierte sich bereits im Vorkampf in hervorragender Verfassung. Mit zwei starken Übungen sicherte er sich als Sechstplatzierter den Einzug ins Finale. Allein das war angesichts der namhaften Konkurrenz ein beachtlicher Erfolg.
Doch Baumann hatte noch lange nicht genug. Im Finale bewies er, dass nicht allein die Ausgangslage, sondern vor allem die Leistung im entscheidenden Moment zählt. Während einige der höher eingeschätzten Turner aus den Bundesleistungszentren Nerven zeigten, blieb der Victoria-Athlet ruhig und brachte seine Übung sauber zu Ende. Die Konkurrenz ließ Federn – Baumann nutzte seine Chance.
Der Lohn für seine konzentrierte Vorstellung war die Bronzemedaille bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Damit übertraf er die Erwartungen und setzte sich gegen Turner durch, die im Vorfeld höher gehandelt worden waren. Bemerkenswert ist dabei die Wiederholung dieses Erfolgs: Schon im vergangenen Jahr hatte Baumann mit einem dritten Platz bei den nationalen Titelkämpfen überrascht. Dass ihm nun erneut der Sprung aufs Podest gelang, unterstreicht, dass es sich keineswegs um einen einmaligen Glücksmoment handelt. Vielmehr scheint der junge Turner gerade dann seine Stärken auszuspielen, wenn der Druck besonders groß ist.
Synchronwettbewerbe bringen weitere Finalplätze
Am folgenden Tag wechselte der Fokus auf die Deutschen Synchronmeisterschaften. Hier kommt es nicht nur auf die Schwierigkeit und Sauberkeit der Übungen an, sondern vor allem auf das perfekte Zusammenspiel zweier Turner. Timing, Körperspannung und gegenseitiges Vertrauen entscheiden darüber, ob beide Sprünge möglichst synchron gelingen.
Anni Topmöller und ihre Partnerin Ella Gobel (TSV Bösingfeld) meisterten diese Herausforderung im Vorkampf der AK 15/16 überzeugend. Mit einer guten Leistung qualifizierten sie sich für das Finale und durften damit auf eine Medaille hoffen. Auch im entscheidenden Durchgang zeigten die beiden ihr Können. Für den Sprung aufs Treppchen reichte es am Ende denkbar knapp nicht: Lediglich 0,4 Wertungspunkte trennten das Duo von den Medaillenrängen. Platz vier war angesichts dieser geringen Differenz ein starkes Ergebnis – auch wenn die Enttäuschung über die verpasste Chance verständlicherweise nicht ganz ausbleiben dürfte.
Auf Rang fünf landeten Nele Quiel und ihre Partnerin Liv Greta Riechert (TSV Bösingfeld) in der Altersklasse 17+. Dabei standen die Vorzeichen für Quiel alles andere als günstig. Eine Armverletzung beeinträchtigte sie bereits im Vorkampf. Dennoch kämpfte sie sich gemeinsam mit Riechert ins Finale und stellte dort erneut ihren Kampfgeist unter Beweis. Sich trotz körperlicher Einschränkung auf nationalem Spitzenniveau zu behaupten, verdient besonderen Respekt. Dass am Ende nur ein Platz neben dem Podest heraussprang, schmälert die Leistung der beiden keineswegs. Für den Höhepunkt aus Clarholzer Sicht sorgten schließlich erneut Julian Baumann und sein Synchronpartner Illia Dotsenko (TG Münster) in der AK 17+. Die beiden gingen als Außenseiter in den Wettbewerb und hatten zunächst die Aufgabe, sich gegen die starke Konkurrenz für das Finale zu qualifizieren.
Bereits im Vorkampf gelang ihnen eine Überraschung. Mit einer überzeugenden ersten Übung sicherten sie sich den zweiten Platz und verschafften sich damit eine hervorragende Ausgangsposition für den Endkampf.
Im Finale bewiesen Baumann und Dotsenko anschließend erneut ihre Nervenstärke. Beide brachten ihre Übungen fehlerfrei, ließen sich auch von der besonderen Drucksituation nicht aus dem Rhythmus bringen und belohnten sich mit der Deutsche Vizemeisterschaft. Nach Bronze im Einzelwettbewerb durfte Baumann in Potsdam zum zweiten Mal jubeln. Zusammen mit seinem Partner Dotsenko hatte er aus einer Außenseiterrolle heraus einen nationalen Spitzenerfolg erreicht. Auch im Mixed Synchron gelang Julian Baumann und Nele Quiel der Finaleinzug, doch im Finale leisteten sie sich einen Patzer und wurden Vierte.
Für den TSV Victoria Clarholz fällt die Bilanz der Meisterschaftstage damit ausgesprochen erfreulich aus: zwei Medaillen, drei Plätze unter den „top five“ und weitere respektable Platzierung im Einzelwettbewerb.