TSV Victoria Clarholz steht trotz Corona mit 1.637 Mitgliedern finanziell gut dar

TSV Victoria Clarholz steht trotz Corona mit 1.637 Mitgliedern finanziell gut dar

Bevor die Kassenprüfer ihren Bericht abgaben, wurden sie von Tobias Feldmann scherzhaft gefragt: "Habt ihr auch schwarze Kassen entdeckt?" Zur Erleichterung des einstimmig für zwei weitere Jahre wiedergewählten 1. Vorsitzenden der Clarholzer Victoria konnten die Kontrolleure keine Unregelmäßigkeiten finden: Sie bescheinigten dem für die Finanzen zuständigen Christoph Rugge (ebenfalls wiedergewählt) wie erwartet eine korrekte Buchführung.

Der Herr der Zahlen legte den diesmal nur spärlich erschienenen Mitgliedern bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung in der Traditions-Gaststätte Rugge, wo die Gäste wie in einem Western Saloon durch eine hölzerne Schwingtür die Räumlichkeiten betreten, eine erfreuliche Bilanz vor. So betrug der Überschuss im Jahr 2021 rund 21.000 Euro, 2020 wurde sogar ein Plus von fast 50.000 Euro erwirtschaftet. "Endlich konnten wir ein paar Rücklagen schaffen. Das ist auch ein schöner Puffer für schlechtere Jahre, die man ja nicht ausschließen kann", merkte Rugge an.

Die Victoria verdankt ihre gute finanzielle Basis nicht zuletzt der Tatsache, dass auch in den Corona-Zeiten Sponsoren und Wirtschaft zur Stange gehalten haben, "Es hat keine Einbrüche gegeben, bei den Spenden ebenfalls nicht", berichtete Christoph Rugge. Zwar sei der Verein, der 2020 seinen 100. Geburtstag feierte, bei den Mitgliederzahlen vorübergehend "etwas in die Knie gegangen", doch der schwarz-weiße Pfeil zeigt wieder nach oben: Anfang 2022 waren bei der Victoria 1637 Aktive und Passive registriert. Ein Drittel von ihnen sind unter 18 Jahre alt. Eine Abteilung gibt es inzwischen nicht mehr: Die kleine Volleyball-Hobbyguppe hat sich aufgelöst. Und in der Tischtennis-Sparte ist ein Führungswechsel vollzogen worden: Nach 27 Jahren hat kürzlich Helmut Gosselke ("Jetzt muss die junge Generation ran") seinen Schläger an den neuen Abteilungsleiter Martin Lukas weitergereicht.

Derweil müssen die Altherren-Kicker ihrem fortgeschrittenen Alter Tribut zollen: Weil die Knochen nicht mehr mitmachen, sind die meisten von ihnen aufs Fahrrad umgestiegen - Fußball geht nicht mehr. Dafür halten die Senioren bei den Heimspielen des Oberligisten die Grillhütte unter Dampf. "Damit helfen sie uns unglaublich weiter", lobt Feldmann das Engagement der Oldies. Der Victoria-Boss hätte noch einen Wunsch: Den längst überfälligen Bau einer Sprinkler-Anlage für den Rasenplatz, der Antrag dafür soll schon seit sechs Jahren der zuständigen Behörde vorliegen. "Leider tut sich immer noch nichts, das ist wie ein Kampf gegen Windmühlen", seufzt Tobias Feldmann.

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