Intensiver DAN‑Lehrgang: Koreanische Schwertkunst begeistert Sportler aus mehreren Regionen | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Intensives Trainingswochenende in Herzebrock: Beim Silla Gum Do DAN‑Lehrgang trafen Präzision, Tradition und starke Gemeinschaft aufeinander. Großmeister Franz‑Josef Wolf und Meisterin Karla Kalkhoff führten durch anspruchsvolle Techniken, Schnitttests und Kampfformen – ein wertvoller Schritt Richtung DAN‑Prüfung.

Intensiver DAN‑Lehrgang: Koreanische Schwertkunst begeistert Sportler aus mehreren Regionen

Faszination, Präzision und Gemeinschaft: Intensiver Silla Gum Do DAN-Lehrgang in Herzebrock

Am letzten Juliwochenende wurde die Sporthalle in Herzebrock zum Zentrum der koreanischen Schwertkunst Silla Gum Do. Am Samstagvormittag fiel der Startschuss für ein intensiv genutztes Trainingswochenende, das erst am Sonntagnachmittag seinen erfolgreichen Abschluss fand. Als Referenten führten der Begründer dieser Schwertkunst, Großmeister Franz-Josef Wolf, sowie Meisterin Karla Kalkhoff (3. DAN), beide aus Aachen angereist, durch das anspruchsvolle Programm.

In den asiatischen Kampfsportarten steht der Begriff KUP für die Schülergrade, während der DAN den Meistergrad – symbolisiert durch den schwarzen Gürtel – kennzeichnet. Dieser spezielle Lehrgang richtete sich gezielt an aktive DAN-Träger sowie an angehende Meister der koreanischen Schwertkunst. Die Teilnehmenden reisten aus unterschiedlichsten Regionen an: Neben Sportlern aus Herzebrock, Harsewinkel, Görlitz und Wittenberg nahmen sogar engagierte Schwertkünstler aus dem niederländischen Culemborg die weite Anreise auf sich.

Da ein gemeinsames Training aufgrund der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Sportvereinen im Alltag selten möglich ist, nutzten die Referenten das Wochenende intensiv, um die Techniken standortübergreifend anzugleichen. Um die Ausführung zu harmonisieren, wurden die Einheiten vom Großmeister detailliert gezeigt, besprochen und schrittweise angeglichen.

Das weitere Trainingsprogramm umfasste das gesamte Prüfungsprograms der zukünftigen Prüflinge der Schwertkunst. Trainiert wurden die fundamentalen Grundtechniken – darunter verschiedene Schläge, Züge und Zugformen – ebenso wie die langen Schwertformen und spezielle Atemformen. Auch die Abwehr gegen Schwertangriffe, sowohl als vorgegebene Partnerform als auch als freie Abwehr gegen mehrere Angreifer gleichzeitig, verlangte den Aktiven volle Konzentration ab.

Ein besonderes Augenmerk lag auf zwei zentralen Schwerpunktthemen: Den ersten bildeten die Schnitttests an Zeitungspapier und echten Reisstrohmatten (Tatami). Diese Schnitttests stellen letztlich die absolute Quintessenz aus dem Erlernen der Grundtechniken dar. Hierbei sind höchste Präzision und Bewegungskontrolle unerlässlich, um das Material sicher zu durchschneiden und das eigene Schwert nicht zu beschädigen. Der Großmeister gab den Teilnehmenden hierzu essenzielle Anweisungen und wertvolle Hinweise aus erster Hand. Das zweite Schwerpunktthema umfasste die choreografierten Kampfformen gegen einen oder mehrere Gegner. Da diese die dynamische Komponente und somit die „realistische“ Teilmenge der Schwertkunst darstellen, wurden besondere Anforderungen an die Dynamik, die Kontrolle und die permanente Aufmerksamkeit aller Akteure gestellt.

Der Lehrgang diente allen Anwesenden als gezielte Vorbereitung auf die nächste anstehende DAN-Prüfung (Meistergrad-Prüfung) im Silla Gum Do, die im August in Herzebrock stattfinden wird. Für fünf Prüflinge wird es dann ernst: Zwei Sportler – Nils Weber vom Herzebrocker Sportverein (HSV) sowie ein Kampfsportler aus Culemborg (NL) – stellen sich der Prüfung zum 1. DAN. Zwei weitere Teilnehmer aus Görlitz und Harsewinkel absolvieren ihre erste Zwischenprüfung nach dem 1. DAN, während Thomas Weber vom HSV seine Prüfung zum 2. DAN ablegt. Die Prüflinge haben ab jetzt vier Wochen Zeit, um das Erlernte intensiv zu vertiefen, den Feinschliff vorzunehmen und letzte Ungenauigkeiten gezielt zu korrigieren.

Neben dem anspruchsvollen Training kam auch die Gemeinschaft nicht zu kurz. Am Samstagabend saßen die Sportler beim gemeinsamen Abendessen zusammen, um sich auszutauschen und die Kameradschaft zu pflegen. Am Ende blickten alle Beteiligten auf einen rundum harmonischen und extrem lehrreichen Lehrgang zurück, aus dem jeder Teilnehmer viel für die eigene Praxis mitnehmen und verbessern konnte. Alle Sportler waren rundum zufrieden mit dem Lehrgangserlebnis und blicken bereits voller Vorfreude auf das nächste Wiedersehen beim Lehrgang im Sportcamp Nordbayern im Oktober.

Ein herzlicher Dank gilt dem Sportreferat der Gemeinde Herzebrock (Fachbereich II – Schule, Sport, Kultur, Familie, Soziales und Ordnung) sowie dem Herzebrocker Sportverein für die, wie immer, unbürokratische Hilfe und schnelle und tatkräftige Unterstützung.

Unser ganz besonderer Dank gilt Großmeister Franz-Josef Wolf und Meisterin Karla Kalkhoff für ihre Unterstützung, ihre Hilfestellung und die Bereitschaft, auch weite Strecken zu ignorieren, um uns zu besuchen und uns im Sport entscheidend weiterzuentwickeln.