Herzebrock-Clarholzer engagiert sich für Schulbauin Guinea
Auf dem Recyclinghof des gemeinnützigen Vereins Pro Arbeit sammelt der gebürtige Westafrikaner damals erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt in Deutschland und bekommt grundlegende Sprachkenntnisse vermittelt. Dort trifft er auf Annette Nordemann, die als langjährige Leiterin der Pro Arbeit-Standortes in Herzebrock geflüchtete Menschen aus vorwiegend arabischen, aber auch afrikanischen Ländern betreut. „Thiernos Geschichte hat mich damals besonders berührt“, erinnert sich die Mutter zweier Söhne. „Vielleicht auch deshalb, weil meine Kinder nur wenige Jahre älter sind.“
Der junge Mann wird in der Gemeinde gut aufgenommen, findet Freunde und fühlt sich schnell heimisch. Er beginnt eine Ausbildung zum Maler und Lackierer im Betrieb vonTobias Witte, wo er noch heute beschäftigt ist. Um die Lebensbedingungen in seiner Heimat zu verbessern, startet er einen Spendenaufruf für den Bau einer Schule in dem kleinen Dorf Urouroya, wo Verwandte leben. In kurzer Zeit sammelt er so 4.000 Euro, durch die mittlerweile das Fundament sowie die ersten Grundmauern errichtet werden konnten.
„Diese Eigeninitiative zur Verbesserung des Lebensstandards durch Bildung in Guinea, das als eines der ärmsten Länder der Erde gilt, hat mich beeindruckt“, berichtet Annette Nordemann. Auch nach seiner Zeit bei Pro Arbeit und ihrem eigenen Renteneintritt ist sie mit Thierno Bah in Kontakt geblieben. Um das Land und seine Menschen besser kennenzulernen, begleitet sie den jungen Mann Anfang Februar bei einer zweiwöchigen Reise in sein Heimatland. Mit dabei ist auch ihr Sohn Jacob Liedtke, der als Historiker in Bochum arbeitet.
Dank des ehrenamtlichen Engagements von Ingrid Vornholt, ehemalige Mitarbeiterin beim Sozialamt Herzebrock, verfügt Bah heute über einen Status, der ihm Reisen in seine Heimat erlaubt. In seiner Geburtsstadt Conakry wird er zunächst nach über zehn Jahren seine Schwestern wiedertreffen. In der 70.000-Einwohner-Stadt Mamou, etwa 30 Autominuten von Urouroya entfernt, wird die kleine Reisegruppe schließlich Quartier beziehen.
„Ich freue mich sehr darauf, das Dorf kennenzulernen und die Baufortschritte in Augenschein nehmen zu dürfen“, sagt Annette Nordemann. Um möglichst viele Menschen an ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen, sind über den Instagram-Kanal unter www.instagram.com/urouroya regelmäßige Infos und Updates geplant. Zur Finanzierung des ehrgeizigen Projektes werden gerne noch Geldspenden entgegengenommen. Unter dem Namen Nordemann/Thierno Bah wurde dazu ein Spendenkonto bei der Kreissparkasse Halle-Wiedenbrück eingerichtet, IBAN: DE86 4785 3520 0023 5456 92. Spenden sind außerdem unter dem Namen „Thierno Bah“ über die Plattform GoFundMe möglich.