ZP10 – Einheitliche Prüfungen und klare Standards für den Mittleren Schulabschluss
Als wir hörten, dass es die Zentralen Prüfungen 10 gibt, lag ein Gedanke sofort nahe: Ein wenig erinnern sie an die Abschlussprüfungen in Hogwarts. Natürlich werden hier keine Zaubersprüche oder Tränke abgefragt – aber für manche Schülerinnen und Schüler fühlt sich Grammatik oder Mathematik durchaus so an, als bräuchte man dafür eine Prise Magie.
Jörg Droste, Schulleiter des Einstein‑Gymnasiums, schildert uns auf Nachfrage seine Eindrücke vom ZP10‑Deutschtermin: Im Oberstufentrakt habe eine spürbar positive Anspannung geherrscht, fast wie bei Abiturprüfungen. Die Schülerinnen und Schüler seien gut vorbereitet gewesen – dank vieler freier Lernangebote.
Die Zentralen Prüfungen 10 markieren jedes Jahr einen wichtigen Abschnitt für die Abschlussklassen in Nordrhein‑Westfalen. Deutsch wurde bereits in der vergangenen Woche geschrieben, heute steht Englisch an, und in der kommenden Woche folgt Mathematik. Auch die schriftlichen Abiturprüfungen in NRW sind abgeschlossen, lediglich die mündlichen Prüfungen und Nachprüfungen stehen noch aus. Drei Fächer, drei Prüfungen – und für viele ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Mittleren Schulabschluss.
Die ZP10 gibt es seit 2007. Sie wurden eingeführt, um landesweit vergleichbare Bedingungen zu schaffen und sicherzustellen, dass ein Abschluss in Herzebrock‑Clarholz denselben Wert hat wie ein Abschluss in Köln oder Dortmund. Grundlage dafür sind die zentral vom Ministerium für Schule und Bildung gestellten Prüfungsarbeiten, die an allen Schulen identisch sind.
Wichtig ist die Einordnung: Bei den Zentralen Prüfungen 10 handelt es sich nicht um zentrale Abschlussprüfungen („ZAP“), sondern um zentral gestellte schriftliche Arbeiten, die Teil eines umfassenden Abschlussverfahrens sind.
Alle Schulformen, die zum Mittleren Schulabschluss führen, nehmen an den ZP10 teil – Gesamtschulen, Realschulen, Hauptschulen und Sekundarschulen ebenso wie Gymnasien, sofern dort ein Bildungsgang zum Mittleren Schulabschluss führt.
Die endgültige Note setzt sich aus der Prüfungsnote und der Jahresnote zusammen – also aus den Leistungen, die im gesamten Schuljahr der Klasse 10 erbracht wurden. Diese Kombination soll für eine faire und ausgewogene Bewertung sorgen. Inwieweit die Abschlussnoten am Ende jedoch tatsächlich landesweit und schulformübergreifend vergleichbar sind, bleibt offen – denn die ZP10 machen nur einen Teil der Gesamtnote aus.
Jörg Droste betont, dass er die Kompetenzüberprüfung am Ende der Mittelstufe grundsätzlich für sinnvoll hält. Damit die Ergebnisse jedoch wirklich aussagekräftig und vergleichbar seien, müsse klar definiert sein, welche fachlichen Kompetenzen zählen. Ein Prüfungsformat, das unter Zeitdruck handschriftlich und weitgehend ohne Hilfsmittel Wissen abfragt, greife dabei zu kurz. Ergänzende Formate seien nötig, um ein differenziertes Bild der Leistungen zu erhalten. „Hier hat NRW, wie viele andere Bundesländer auch, noch Nachholbedarf“, so Droste.
Wir wünschen den Schülerinnen und Schülern auf jeden Fall viel Glück.