Rückblick auf das Schützenfest 2026 in Herzebrock
Das Schützenfest 2026 wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben – drei Tage voller Tradition und Wetterkapriolen. Das Wetter spielte über weite Strecken mit, doch der Sonntagabend wurde von einem plötzlichen Starkregen überschattet, der das Antreten kurzfristig ins Zelt verlegte.
Die Königssuche, die wie in jedem Jahr am Montag stattfand, entwickelte sich zu einem der spannendsten Momente des gesamten Festes. Während der Frühschoppen lief und die Sonne den ganzen Tag über Herzebrock strahlte, richteten sich die Blicke immer wieder auf den Kugelfang. Wer würde den Mut haben, nach vorne zu treten? Wer würde in diesem Jahr die Verantwortung übernehmen?
Als der Vogel freigegeben wurde, wurde es stiller am Schießstand – immer wieder wurden Schießpausen eingelegt, und man merkte, dass der Vorstand langsam unruhig wurde. In diesem Moment meldete sich Dorfkompanie‑Führer Tobias Witte zu Wort. Er sprach darüber, was ihm seine zweifache Thronzeit – drei Jahre plus ein weiteres Jahr auf dem Thron – bedeutet hat: Gemeinschaft, Freundschaft und unvergessliche Erinnerungen.
Chantall Westermann fand noch deutlichere Worte. Sie machte klar, dass man sich als Verein nicht die Blöße geben wolle, ohne Thron dazustehen. Man spürte deutlich: Vor allem diejenigen, die schon einmal auf dem Thron standen, wollten nicht, dass der Verein ohne Thron dasteht. Ihr Appell an Stolz, Tradition und Zusammenhalt wirkte – und veränderte die Stimmung spürbar.
Nach einer kurzen Phase des Nachdenkens änderte sich die Atmosphäre schlagartig. Plötzlich gab es mehrere entschlossene Anwärter, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und auf den Vogel zu schießen. Die Schützen durften jedoch nur ans Gewehr, wenn sie bereits einen kompletten Thron zusammen hatten – damit es kein Schnellschuss wird. Diese Vorgabe sorgte für Ernsthaftigkeit, Verbindlichkeit und einen respektvollen Umgang mit der Verantwortung, die ein Königsjahr mit sich bringt. Die Spannung stieg, die Menge rückte näher zusammen, und der Wettkampf nahm Fahrt auf.
Besonders viel Späne ließ Ludger Korsmeier fliegen, der immer wieder „von hinten kam“ und mit kräftigen Treffern für Raunen und Jubel sorgte. Aber auch Jonas Blakert und Marius Hartmann meinten es ernst – beide traten mit spürbarem Ehrgeiz und echter Entschlossenheit an den Stand.
Und dann war da Benno Ewerszumrode, der immer wieder zum Vogel ging – ruhig, fokussiert, hoch emotional. Jeder seiner Schritte wirkte entschlossen, jeder Schuss zeigte, wie sehr ihm dieser Moment bedeutete. Auch das unterstützende Publikum gab ihm Rückenwind. Am Ende war es Benno, der den Vogel herunterholte und damit den entscheidenden Treffer des Tages setzte.
Der Montag zeigte sich dabei von seiner schönsten Seite: strahlender Sonnenschein den ganzen Tag, volle Straßen, gute Stimmung und ein Fest, das noch einmal alles bot, was das Herzebrocker Schützenwesen ausmacht. Nach der Proklamation feierte der neue große Thron gemeinsam mit den Schützenbrüdern und -schwestern sowie den zahlreich erschienenen Gastvereinen. Mit dabei war der Schützenverein zu Rheda, der St. Sebastian Bürgerschützenverein Wiedenbrück, die Schützenbruderschaft St. Hubertus Clarholz- Heerde und der Schützenverein der Landgemeinde Rheda. Ein würdiger Abschluss eines bewegenden Festwochenendes.
Und eines steht fest: Nach diesem besonderen Festwochenende freuen sich viele schon jetzt auf das nächste große Wiedersehen. Das nächste Schützenfest findet vom 29.05. bis 31.05.2027 statt.
Hier findet Ihr alle Artikel zum diesjährigen Schützenfest:
Vorfreude auf das Schützenfest Herzebrock 2026: Der digitale Gildebote
Wenn Herzebrock in Grün und Weiß erstrahlt, die Fahnen wehen und Musik durch die Straßen zieht, beginnt jene Zeit im Jahr, in der Tradition und Gemeinschaft aufeinandertreffen: das Schützenfest.
Die Kompanien der Schützengilde Herzebrock prägen das Fest mit ihrer Vielfalt und ihrem Engagement. Ob Dorf und Umgebung, Bosfeld‑Brock, die Damenkompanie, die Jungschützen oder die Kinderschützen– jede Gruppe bringt ihre eigene Geschichte, ihre Menschen und ihre besonderen Momente mit ein. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass das Schützenfest weit mehr ist als ein Termin im Kalender: Es ist ein lebendiges Stück Heimat.
Besonders prägend sind die Majestäten, die das Festjahr mit Leben füllen. Mit Königin Yvonne Korbach steht eine engagierte und herzliche Repräsentantin an der Spitze der Gilde. Der Jungschützenkönig Luis Beermann verkörpert die Energie und Begeisterung der jungen Generation. Und mit Henry Kuhlmann, dem frisch proklamierten Kinderschützenkönig, zeigt sich, wie stark und lebendig auch der jüngste Nachwuchs in Herzebrock ist.
So verbindet das Schützenfest Herzebrock Jung und Alt, Tradition und Moderne, festliche Momente und fröhliche Begegnungen.