Starke Bestandszunahme: Weißstörche fühlen sich im Kreis Gütersloh wieder heimisch
Die Entwicklung des Weißstorches in Herzebrock‑Clarholz und im gesamten Kreis Gütersloh zählt zu den bemerkenswertesten Naturschutz-Erfolgen der vergangenen Jahre. Während 2011 im Kreisgebiet lediglich drei Brutpaare registriert wurden, brüteten 2024 bereits 43 Paare – ein deutlicher Hinweis auf die stabile Rückkehr der Art in die Region. Durchschnittlich werden pro Brutpaar zwei Jungstörche flügge, was die dynamische Ausbreitung zusätzlich begünstigt.
Bis 2015 wurden nahezu alle Jungstörche beringt, sodass ihre Herkunft gut nachvollzogen werden konnte. Ein Beispiel ist ein Jungstorch, der 2010 in Delbrück-Ostenland beringt wurde und seit 2014 als Brutvogel in der Großen Wiese in Gütersloh lebt. Ein weiterer Storch, 2020 in Versmold beringt, ist seit 2024 Brutvogel an der Ems zwischen Clarholz und Harsewinkel. Mit der wachsenden Population wurde die Beringung jedoch von der Vogelwarte Helgoland stark reduziert, sodass in den vergangenen Jahren nur noch wenige Jungstörche markiert werden konnten. Dadurch bleibt die Herkunft vieler neuer Brutpaare unbekannt.
In Herzebrock‑Clarholz wurde im Frühjahr 2021 erstmals ein Storchenhorst errichtet. Angesichts der regionalen Bestandszunahme war es nur eine Frage der Zeit, bis er besetzt würde. Ende März 2025 war es soweit: Ein Storchenpaar bezog den Horst, und bereits am 8. April wurde gebrütet. Da das Paar unberingt war, lassen sich weder Herkunft noch Alter bestimmen – zumal Störche bereits mit zwei Jahren geschlechtsreif sein können. Am 18. Juli 2025 wurden die Jungen gefüttert, am 29. Juli standen sie kurz vor ihrem Abflug in den Süden.
Am 19. März 2026 kehrten die Elternstörche nach Herzebrock‑Clarholz zurück und begannen sofort mit den Vorbereitungen für die neue Brutsaison. Zwischenzeitlich erschien ein beringter Storch auf dem Horst, wurde jedoch vom ansässigen Paar vertrieben – ein deutliches Zeichen für ein gefestigtes Revier. Damit ist auch 2026 wieder mit einem erfolgreichen Storchenjahr in Herzebrock‑Clarholz zu rechnen.
Manfred Heinze, Mitglied im Naturschutzteam, beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der regionalen Storchentwicklung und freut sich: „Somit ist in 2026 wieder mit einem guten Storchenjahr in Herzebrock zu rechnen“, wie er dem Herzeblog mitteilte.
Von Manfred Heinze