„Kippen nicht schnippen“: Gemeinde Herzebrock-Clarholz und GNU setzen starkes Zeichen für Umwelt | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Herzebrock‑Clarholz startet die Aktionswoche „Kippen nicht schnippen“, um auf die Umweltgefahren achtlos weggeworfener Zigaretten hinzuweisen. Mit Kippensäule, Taschenaschern, Infomaterial, Schulaktionen und Landschaftsreinigung soll sensibilisiert werden: Eine einzige Kippe kann bis zu 2.000 Liter Wasser verunreinigen. Mit Programm.

„Kippen nicht schnippen“: Gemeinde Herzebrock-Clarholz und GNU setzen starkes Zeichen für Umwelt

Aktionswoche „Kippen nicht schnippen“ vom 16. bis 21. März in Herzebrock‑Clarholz

Die Idee zur Aktionswoche entstand, als Bürgermeister Marco Diethelm die Gemeinschaft für Natur und Umweltschutz (GNU) ansprach, ob sie bei einer Aktion Kippensammler verteilen könne. Für die GNU war schnell klar: Daraus sollte mehr werden. „Eine gute Idee – aber wir wollten daraus eine nachhaltige Aktion machen, die wirklich sensibilisiert. Viele wissen gar nicht, was eine einzige Kippe auslöst“, erklärt Lothar Schäfer von der GNU.

Diethelm betont: „Zigaretten gehören nicht in die Kanalisation und nicht in die Gullydeckel. Je nach System landen sie sonst direkt in unseren Gewässern. Das muss den Menschen bewusst werden.“

Aus dieser gemeinsamen Motivation heraus entstand die Aktionswoche „Kippen nicht schnippen“, die vom 16. bis 21. März in Herzebrock‑Clarholz stattfindet. Veranstaltet wird sie von der Gemeinschaft für Natur und Umweltschutz im Kreis Gütersloh e. V., dem örtlichen Arbeitskreis Herzebrock‑Clarholz (www.gnu-gt.de) und der Gemeinde Herzebrock‑Clarholz. Im Orgateam arbeiten Monique Mitzko (Klimaschutzmanagerin der Gemeinde), Lothar Schäfer (GNU) und Elisabeth Höppe‑Coldwell zusammen.

Warum die Aktion wichtig ist

Zigarettenkippen gehören zu den häufigsten und gefährlichsten Umweltverschmutzungen. Sie enthalten giftige und krebserregende Stoffe wie Arsen, Blei, Chrom oder Benzol. Bei Regen lösen sich diese Schadstoffe und gelangen in Böden, Gewässer – und damit in die Nahrungskette. Tiere verwechseln Kippen mit Nahrung, was oft tödlich endet.

Hinzu kommt: Zigarettenfilter bestehen aus Kunststofffasern, die zu Mikroplastik zerfallen. Und weggeworfene Kippen sind eine der häufigsten Ursachen für Waldbrände.

Eine einzige Kippe kann 1.000 bis 2.000 Liter Wasser verunreinigen.

Ziele der Aktionswoche

  • Aufklären über die Gefahren achtlos entsorgter Zigarettenkippen

  • Raucherinnen und Raucher sensibilisieren, Kippen in Aschenbechern und anschließend im Restmüll zu entsorgen

  • Nutzerinnen und Nutzer von E‑Zigaretten über die korrekte Entsorgung von Vapes informieren

  • Die Allgemeinheit motivieren, sich für eine gesundheitsbewusste und umweltfreundliche Entsorgung einzusetzen

Angelika Daum, Vorstandsmitglied der GNU Kreis Gütersloh, erinnert an die erfolgreiche Kinderaktion zum wilden Müll im vergangenen Jahr: „Wenn Kinder ein Thema nach außen tragen, hören Erwachsene besser zu.“ Genau daran knüpft die Aktionswoche an. Sie freut sich besonders über das Engagement vor Ort, denn die Herzebrock‑Clarholzer Mitglieder seien „eine der aktivsten Gruppen im ganzen Kreis“.

Aktionen in der Woche vom 16. bis 21. März

Taschenascher & mehrsprachige Plakate

An den Tankstellen in Herzebrock‑Clarholz werden kostenlose Taschenascher und ein Info‑Faltblatt verteilt. Plakate in mehreren Sprachen weisen auf die Problematik hin und laden zur sachgerechten Entsorgung ein.

Die große Kippensäule

Auf dem Paul‑Craemer‑Platz wird eine transparente Kippensäule aufgestellt, die im Laufe der Woche mit gesammelten Kippen gefüllt wird. Alle Bürgerinnen und Bürger können mitmachen und ihre gesammelten Kippen am Mittwoch- und Freitagvormittag dort einwerfen.

Umweltbildung an Schulen

Die Wilbrandschule hat das Umweltbildungsmobil des Ecowest‑Verbunds zu Gast. Alle Schulen der Gemeinde beteiligen sich zudem an der großen Landschaftsreinigungsaktion am Samstag, 21. März, bei der Kippen im Vorfeld separat gesammelt und anschließend in die Kippensäule am Bauhof gefüllt werden.

Infomaterial im gesamten Gemeindegebiet

An vielen Orten liegen Informationsblätter zur richtigen Entsorgung von Kippen und Vapes aus.

Kippensauger im Einsatz

Ein zum „Kippensauger“ umgebauter Staubsauger kommt an verschiedenen Tagen im Gemeindegebiet zum Einsatz.

1000‑Liter‑Warnbehälter

Ein großer IBC‑Behälter mit 1.000 Litern Fassungsvermögen steht von Montag bis Freitag auf dem Marktplatz in Clarholz. Er macht sichtbar, wie viel Wasser durch eine einzige Kippe verunreinigt werden kann. Am Mittwochvormittag steht ein weiterer Behälter auf dem Paul‑Craemer‑Platz.

Deutsche Bahn beteiligt sich

Auch die Deutsche Bahn plant, die beiden Bahnhöfe in Herzebrock‑Clarholz mit speziellen Behältern für Zigarettenkippen auszustatten.

Weitere Informationen

Auf der Internetseite der GNU und der Gemeinde finden Interessierte, Betroffene und Angehörige Kontaktdaten, Hintergründe und Hinweise zur richtigen Entsorgung: www.gnu-gt.de