Waschbären breiten sich aus: Bolandwald‑Anwohner sollen Vorsichtsregeln beachten | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Rund um den Bolandwald sorgen derzeit vermehrt Waschbären für Probleme. Die Tiere plündern Nester, durchwühlen Gärten und suchen gezielt nach Futterquellen. Fachleute raten Anwohnern, Mülltonnen geschlossen zu halten, keine Essensreste draußen oder auf Balkonen stehen zu lassen und keinen Kompost mit Lebensmittelresten anzulegen.

Waschbären breiten sich aus: Bolandwald‑Anwohner sollen Vorsichtsregeln beachten

Waschbären sorgen für Probleme am Bolandwald

Rund um den Bolandwald melden immer mehr Anwohner ungebetene nächtliche Besucher: Waschbären. Sie tauchen in Gärten, an Häusern und sogar auf Terrassen auf. Die Redaktion ist den Hinweisen nachgegangen und hat mit Vertreterinnen und Vertretern der örtlichen Jägerschaft gesprochen. Die Einschätzung ist eindeutig: Die Population der Tiere hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Waschbären gelten als invasive Art und richten in der heimischen Tierwelt erheblichen Schaden an. „Sie sind wie ein Staubsauger“, beschreibt ein Jäger. „Eier, Nester, Gelege, Jungtiere – alles, was sie erwischen, wird gefressen.“ Gleichzeitig sind die Tiere äußerst neugierig und durchwühlen Gärten, Kompoststellen und sogar Rasenflächen auf der Suche nach Schnecken und Würmern.

Tipps für Anwohner: So vermeiden Sie ungewollten Besuch

Um Waschbären nicht zusätzlich anzulocken, empfehlen Fachleute folgende Maßnahmen:

  • Mülltonnen immer geschlossen halten

  • Keine Grill- oder Essensreste über Nacht draußen stehen lassen – auch nicht auf Balkonen

  • Keinen Kompost mit Lebensmittelresten anlegen

  • Keine Lebensmittel in den Wald werfen

Finden Waschbären keine Nahrung, ziehen sie meist weiter. Sie leben bevorzugt in Erdbauten oder auf Bäumen. Problematisch wird es jedoch, wenn sie geeignete Schlafplätze in der Nähe von Häusern entdecken – etwa in Schuppen, Holzecken, Dachvorsprüngen oder anderen geschützten Ecken. Wird ein solcher Platz am Haus gefunden, bleiben sie häufig dauerhaft.

Jagd und Fallen: Aufwendig, teuer und oft sabotiert

Für Jungwaschbären gilt eine ganzjährige Jagdzeit, erwachsene Tiere dürfen ab dem 1. August bejagt werden. Die Jagd ist jedoch schwierig: Waschbären sind nachtaktiv, und eine effektive Bejagung ist nur in den frühen Morgenstunden bei ausreichendem Büchsenlicht möglich.

Eine Alternative sind Fallen. Betonrohrfallen sind besonders teuer und müssen in NRW mit Handy‑Überwachung ausgestattet sein, damit zeitnah kontrolliert werden kann. Zudem müssen Fallen während der Jagdzeit regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass ein Fang auch erlegt werden darf. Werden im Bolandwald Fallen aufgestellt, kommt es leider zu Vandalismus durch Jagdgegner – ein zusätzlicher Faktor, der die Arbeit erheblich erschwert.

Auf Privatgrundstücken dürfen Jäger grundsätzlich nicht tätig werden. Dort sind Eigentümer selbst gefragt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen oder professionelle Hilfe zu organisieren.

Fazit

„Die Waschbärenproblematik am Bolandwald bleibt eine Herausforderung – und sie betrifft längst nicht nur diesen Bereich von Herzebrock‑Clarholz. Vielerorts im Kreis und darüber hinaus nehmen die Bestände zu, sodass das Thema mehr oder weniger überall spürbar wird.“

Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen können Anwohner jedoch viel dazu beitragen, die Tiere nicht anzulocken. Die Jägerschaft bleibt aufmerksam – doch die Eindämmung der Population ist aufwendig und erfordert Geduld.