Parkplatzsituation nach der Umgestaltung der Debusstraße und Denkmalplatz

Parkplatzsituation nach der Umgestaltung der Debusstraße und Denkmalplatz

Die Gemeinde Herzebrock-Clarholz hat 2019 mit dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) ein Konzept für die zukünftige städtebauliche Entwicklung des Ortskerns Herzebrock aufgestellt.

Die Maßnahmen „Aufwertung und Umgestaltung Debusstraße“ und „Platzgestaltung Denkmalplatz“ sind hierbei zentrale Elemente des Konzeptes. Um konkrete verkehrstechnische Rahmenbedingungen für eine Objektplanung zu schaffen, wurde der Bereich unter Einbezug der angrenzenden Straßen, näher betrachtet.

Hierbei wurden mehrere Varianten unter Einbezug von Politik, Fachleuten, Eigentümern:innen und Anlieger:innen in Form eines Workshops Anfang Mai erarbeitet und beurteilt. Bei der Planung wurden allgemeine Planungsgrundsätze zugrunde gelegt, unter anderem die Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Debusstraße sowie am Denkmalplatz (Ehrenmal) und die Anpassung des Straßenquerschnitts im Sinne einer konfliktfreien Zusammenführung der verschiedenen Verkehrsteilnehmer:innen (Fahrrad, Fußverkehr, Motorisierter Individualverkehr).

Erste Planungen von Denkmalplatz und Debusststraße

An der Debusstraße zwischen Paul-Craemer-Platz und Denkmal (Ehrenmal) soll der Pflasterbelag und das Stufenmaterial einheitlich gestaltet werden. Die Zugänge sollen erhalten bleiben, alle anderen Aufkantungen, Treppen, Aufbauten, Kiesschüttungen und Mauern werden durch Pflanzflächen mit blühenden Stauden und Gräsern ersetzt und vereinheitlicht. Zugleich sollen Sitzmöglichkeiten entlang des Gehwegs an den neu geschaffenen ca. 50 cm hohen Mauern geschaffen werden.

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Bei dem ausgewählten Entwurf soll das Denkmal (Ehrenmal) der Mittelpunkt des Platzes bleiben, der Standort wird nicht verändert. Die Fußwege entlang der Fahrbahn sollen eine direkte funktionale Wegeverbindung werden. Die Aufenthaltsqualität soll durch mehr Grünflächen erhöht werden, in dem Rasenflächen reduziert werden und dafür mehr Blühaspekt in Pflanzflächen gesetzt wird. Dabei sollen die Gestaltungselemente einheitlich vom Paul-Craemer-Platz über Debusstraße bis zum Denkmalplatz verwendet werden. Die zur Zeit versteckt angeordneten Bankplätze im Hintergrund des Denkmals werden neu angeordnet und schaffen so neue Kommunikationsräume.

Weitere Planungen werden anschließend, nach positiven Bewilligungsbescheid voraussichtlich Sommer 2023, im Rahmen der Ausführungsplanung unter Öffentlichkeitsbeteiligung bearbeitet.

Parkplatzplanung an der Debusstraße

Im Vorfeld der Objektplanung wurde der Bereich Debusstraße und Denkmalplatz aus verkehrtstechnischer Sicht näher betrachtet, auch in Bezug auf die Parkplatzsituation. Im Mai stellten wir Euch zwei Varianten der zukünftigen Verkehrsführung vor: „Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ und „Einbahnstraße“. In der Rats-Sitzung im Juni wurde beschlossen die Variante „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ weiter zu entwickeln.

Durch die Ausweisung des verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs wird die zulässige Geschwindigkeit auf nur noch 20 km/h reduziert.

Die Umwandlung in einen „Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ hat jedoch auch Konsequenzen auf die Parkplatzsituation. An der Debusstraße wird dann nicht mehr quer, sondern in Längsaufstellung geparkt. Dadurch würden von den aktuell 64 Parkplätzen dann nur noch ca. 25 Parkplätze übrigbleiben. (Bei der Einbahnstraße würden auch nur ca. 35 Parkplätze übrigbleiben).

Wir haben die Parteien bzw. Fraktionen der Gemeinde nach ihren Standpunkten zu dem Thema Parkplatzplanung gefragt:

CDU: Die CDU-Fraktion unterstützt die Pläne zur Umgestaltung der Debusstraße. Der Wegfall einiger Parkplätze ist natürlich nicht optimal, aber die Alternative einer Einbahnstraße wäre für die umliegenden Wohnbereiche ( und Straßen) wie auch für die Einzelhändler die deutlich schlechtere Lösung. Durch die angedachte Parktraumbewirtschaftung kann der Wegfall hoffentlich zum Teil kompensiert werden.

Die Grünen: Die Grünen bedauern, dass nicht beide Varianten (Einbahnstraße und verkehrsberuhigter Bereich) weiterbearbeitet worden sind. Die Einbahnstraße hätte deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten für Fußwege, Grünanlagen und Parkmöglichkeiten geboten. Unter den eingeschränkten Platzbedingungen stimmte die Hälfte der Grünen für den einseitigen Fußweg, die andere Hälfte plädierte dafür, eine Kompromisslösung zu erarbeiten. Ausreichender Fußweg beim REWE und gute Gestaltungsmöglichkeit im südlichen Bereich sind schwer zu erreichen. Eine Kurzhaltezone im Ärztebereich wurde von den Grünen vorgeschlagen. Das verringerte Parkplatzangebot muss ausreichen.

FDP: Wir können gut mit einer Tempo 20 Lösung auf der Debusstraße leben, schneller kann man heute ohnehin nicht fahren. Ein Parken im rechten Winkel zu Straße scheidet aus, weil die Straße dann nicht mehr von den LKWs befahren werden kann, die die Geschäfte und den Marktplatz versorgen. Wir müssen den Einzelhandel an der Debusstraße unterstützen damit die Innenstadt weiterlebt. Einen Umbau des Denkmalplatzes wie vorgeschlagen halten wir für falsch, er schafft keine Aufenthaltsqualität weil zu klein.

SPD: Für die Maßnahme sind rd. 3Mio. € geplant, von denen nach jetzigem Stand das Land NRW 50% als Zuschuss übernimmt. So viel Geld, für eine Maßnahme, die zum Wegfall von bis zu 2/3 der Parkplätze in der Debusstraße führt halten wir für falsch investiert. Dann ist es besser, nichts zu machen. In Nachbarkommunen hat man vor vielen Jahren Verkehr aus den Kernbereichen verbannt. Nachdem etliche Geschäfte diese Bereiche verlassen hatten, hat die erneute (Teil)Freigabe für den Verkehr nicht zur gewünschten Rückkehr des Einzelhandels geführt.

UWG: Die Bestandsaufnahme für das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) und dem daraus resultierenden Mobilitätskonzept für den „Ortskern Herzebrock“ haben deutliche städtebauliche Missstände für Fußgänger und Fahrradfahrer aufgezeigt. Natürlich ist es auch richtig, dass viele Menschen aus dem Umland auf den PKW angewiesen sind und ausreichend Parkraum benötigen um ihre Besorgungen erledigen zu können. Die Analyse und Dokumentation der Verwaltung, über die Parkplatzauslastung im Ortskern, hat jedoch gezeigt, dass dafür auch ausreichend Parkplätze vorhanden sind. Durch die Sanierungssatzung für den Ortskern Herzebrock und die beschlossenen Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und der Barrierefreiheit – kann die Attraktivität der Innenstadt durch verkehrsberuhigte Flächen sicherlich deutlich gesteigert werden.

Wie ist Eure Meinung?

Alle ausführlichen Informationen findet Ihr wie immer im Ratsinformationssystem der Gemeinde Herzebrock-Clarholz: Ratsinformationssystem | Gemeinde Herzebrock-Clarholz

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