Kreis Gütersloh eröffnet Ende November Impfstelle

Kreis Gütersloh eröffnet Ende November Impfstelle

Der Kreis Gütersloh folgt dem Erlass des Landes NRW und wird voraussichtlich in zwei Wochen erneut die Türen des ehemaligen Impfzentrums an der Marienfelder Straße in Gütersloh öffnen. Mit zunächst drei Impfstraßen an drei Tagen in der Woche wird dort die sogenannte Impfstelle den Betrieb aufnehmen. Sie soll vorübergehend als ergänzendes Impfangebot die Impfkampagne der niedergelassenen Ärzte unterstützen.

Nach der landesweiten Schließung der Impfzentren Ende September sollten die Impfungen eigentlich ausschließlich über die Hausärzte laufen. Lediglich mit wenigen mobilen Einsätzen – damals wurde von etwa drei pro Monat ausgegangen – sollte die Koordinierende Covid-Impfeinheit des Kreises Gütersloh (KoCI) unterstützen und für Personen, die keinen Hausarzt haben, ein Impfangebot schaffen. Die Nachfrage war jedoch so groß, dass KoCI-Leiterin Sandra Lange und ihr Team in Absprache mit den Kommunen regelmäßig mobile Impfstationen ermöglichten. Lange: „Mit dem aktuell dynamischen Infektionsgeschehen steigt die Anzahl der Impfwilligen. Auch die Booster-Impfungen sind sehr gefragt, sodass wir mit mobilen Impfstationen den Andrang nur noch schwer bewältigen können.“ Alleine in dieser Woche rückt das Impf-Team vier Mal aus. Die Terminliste reicht bereits jetzt bis in den Januar hinein.

Mit den steigenden Fallzahlen und der aktuellen Entwicklung wurde schnell deutlich, dass ein zusätzliches Angebot geschaffen werden muss. „Das Impfzentrum war geschlossen, es gab keinen Standby-Modus. Aber sobald sich die Möglichkeit zur Einrichtung der Impfstelle abzeichnete, sind wir in die Vorbereitung gegangen“, betont Landrat Sven-Georg Adenauer. Schon zwei Wochen vor Veröffentlichung des neuen Erlasses am Dienstag, 9. November, startete die KoCI mit den Vorbereitungen der Impfstelle: Die Elektrik wurde wieder angeschlossen, die technische Ausrüstung reaktiviert, die Trennwände zu den Impfstraßen aufgebaut und das Mobiliar besorgt. „Wir im Kreis Gütersloh haben den Vorteil, dass wir die Immobilie auf dem Flughafengelände weiterhin nutzen dürfen und so das ehemalige Impfzentrum schnell wieder als stationäre Impfstelle reaktivieren können“, erläutert Krisenstabsleiter Frank Scheffer.

In der stationären Impfstelle an der Marienfelder Straße können sich dann alle Impfwilligen ab 16 Jahren ihren ersten, zweiten oder teilweise sogar dritten Piks abholen. Derzeit sieht die STIKO-Empfehlung Booster-Impfungen lediglich bei über 70-Jährigen, bei Personen aus Pflegeberufen oder aus medizinischen Bereichen sowie bei Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Erstimpfung mit Johnson&Johnson erhalten haben vor. Personen mit Vorerkrankungen sollen sich an ihren jeweiligen Hausarzt wenden.

Die Impfstelle wird voraussichtlich mittwochs, freitags und samstags öffnen. Also an den Tagen, an denen die Hausärzte in der Regel nur einen eingeschränkten Praxisbetrieb haben. Für den Besuch der Impfstelle brauchen die Impflinge einen Termin. Den können sie sich demnächst über das neue Buchungsportal des Kreises Gütersloh reservieren. Derzeit laufen die weiteren Planungen für die Eröffnung der Impfstelle. Personal muss eingestellt werden und die Impfstoffbestellung bedarf eines Vorlaufes.

Parallel zu diesem stationären Impfangebot, wird die KoCI weiterhin die mobilen Impfstationen anbieten. Die Termine finden Interessenten unter www.kreis-guetersloh.de/impfung

Änderung der Strategie: Kontaktpersonen werden nicht mehr alle ermittelt

Der Kreis Gütersloh ändert seine Strategie in der Corona-Pandemie: Infizierte sollen ab sofort ihre Kontaktpersonen selbst anrufen und entsprechend informieren. Kontaktpersonen, die nicht über einen vollständigen Impfschutz verfügen oder genesen sind, sollten dann von der infizierten Person dem Kreis Gütersloh übermittelt werden. Dazu steht im Internet unter ‚Formulare rund um Corona‘ auf den Corona-Sonderseiten des Kreises ein entsprechendes Formular bereit, das man online ausfüllen und abschicken kann. Alternativ kann sich die Kontaktperson auf diesem Weg auch selbst melden, damit dann die Quarantäne formal ausgesprochen werden kann.

Der Kreis Gütersloh appelliert mit diesem Verfahren erneut an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Infizierte und nicht geimpfte Kontaktpersonen sollen sich selbst direkt in Isolation beziehungsweise Quarantäne begeben und nicht warten, bis sich die Abteilung Gesundheit meldet. Die Kontaktpersonenermittlung wird aber in folgenden Bereichen uneingeschränkt fortgesetzt: KiTas, Schulen, Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser oder auch in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Ebenfalls unverändert werden Haushaltskontakte ermittelt, die das höchste Ansteckungsrisiko bei der dominierenden Delta-Variante haben.

Der Kreis Gütersloh wendet diese Anpassung der Containment-Strategie an die aktuelle Lage bereits zum dritten Mal an. Die Zahl der Infizierten und deren Kontaktpersonen ist jedoch im Gegensatz zu früheren Coronawellen noch mal deutlich gestiegen, da aktuell im gesellschaftlichen Leben wieder vieles erlaubt ist und es nur wenige Einschränkungen bei Kontakten gibt.

Das Vorgehen wurde bei einer Lagebesprechung am Dienstag erörtert. „Wir müssen jetzt handeln, um unsere Ressourcen zum Schutz vulnerabler Gruppen zum Beispiel in Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder in KiTas und Schulen einsetzen zu können “, betont Dr. Anne Bunte, Leiterin der Abteilung Gesundheit. Eine klassische Containment-Strategie zur Unterbrechung der Infektionsketten sei angesichts der hohen und weiter steigenden Zahl an Neuinfektionen, der zunehmenden Durchimpfung der Bevölkerung und dem bereits wieder normal erscheinendem Leben weder vermittelbar noch sinnvoll.

Mehrere Bundesländer wie etwa Hamburg oder Baden-Württemberg haben bereits die Strategie geändert und die Gesundheitsämter konzentrieren sich auf die vulnerablen Personengruppen. In Baden-Württemberg verzichtet man sogar darauf, alle Neuinfizierten zu kontaktieren.

Schülerinnen und Schüler, die an regelmäßigen Testungen in ihren Schulen teilnehmen, können sich am 5. Tag der Quarantäne mittels negativem Schnelltest in einem Testzentrum freitesten. Andere Kontaktpersonen müssen einen negativen PCR-Test einreichen.

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