Bitte an Spaziergänger und Landwirte: Die nächsten Tage sind entscheidend

Bitte an Spaziergänger und Landwirte: Die nächsten Tage sind entscheidend

Wer zu Ostern einen Spaziergang macht, wird auf Acker- und Grünlandflächen häufig den Kiebitz beobachten können. Mit seinem schwarz-weißen Gefieder, der Federholle am Hinterkopf, den mit breiten Flügeln ausgeführten, akrobatisch anmutenden Flugmanövern und „Kiewitt“ rufend, ist er unverkennbar. „Der Kiebitz ist Teil unserer Kulturlandschaft, doch es geht ihm nicht gut. In den vergangenen 15 Jahren hat sein Bestand im Kreis Gütersloh um 70 Prozent abgenommen“, erklärt Nicola Brandstetter, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde. Da er sein Nest in einer kleinen Mulde auf dem Boden anlegt, ist er dort vielen Gefahren ausgesetzt. Er sucht sich vor allem offene, wenig bewachsene Flächen aus. Doch genau das sind oft die Flächen, auf denen in den nächsten Tagen zum Beispiel der Mais gelegt wird. Die Untere Naturschutzbehörde appelliert daher an Landwirte und Lohnunternehmer, bei der Bewirtschaftung der Flächen auf die Vögel und deren Gelege Rücksicht zu nehmen. Aufgeregt um den Trecker fliegende Kiebitze sind ein guter Hinweis, dass sich auf dem Acker ein Nest befindet. „Bitte sparen Sie den Bereich des Nestes bei der Bewirtschaftung aus und achten Sie darauf, die Eier nicht zu zerstören“, bittet Brandstetter. Um das Nest nicht zu übersehen, sollte im Abstand von fünf Metern vor und hinter dem Gelege eine Markierung mit Stöcken angebracht werden, um so einen Bogen im Abstand von mindestens einem Meter (besser mehr) um das Nest fahren zu können.

Auch Spaziergänger können zum Schutz des Kiebitzes und anderer, auf dem Boden brütender Vögel, beitragen. „Behalten Sie Ihren Hund bitte beim Ostersparziergang unbedingt an der Leine. Die Vögel haben sich häufig an Spaziergänger auf den Wegen gewöhnt, frei laufende Hunde lassen sie aber immer wieder aufschrecken, so dass im schlimmsten Fall die Eier auskühlen oder das Nest verlassen wird“, appelliert Brandstetter. In einigen Naturschutzgebieten wurden außerdem Wege gesperrt, weil Brutflächen sehr nah an diesen liegen. Auch hier die Bitte der Unteren Naturschutzbehörde: „Beachten Sie bitte diese Sperrungen und nutzen Sie in der Brutzeit andere Wege.“

Für den Schutz des Kiebitzes und anderer Feld- und Wiesenvögel werden Fördermöglichkeiten angeboten. Interessierte wenden sich an die Untere Naturschutzbehörde (Abt45@kreis-guetersloh.de, 05241/85-2715) oder die Biologische Station (bernhard.walter@biostationGT-BI.de).

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