Miniphänomenta in Herzebrock
Die Initiative für die Miniphänomenta ging von engagierten Eltern aus dem Förderverein aus. Bevor die Umsetzung starten konnte, musste jedoch zunächst die Finanzierung des rund 5.000 Euro umfassenden Vorhabens gesichert werden. Unterstützung erhielt das Projekt von der Stiftung Sonnenblume, einem Pro-MINT-Fonds der Pro Wirtschaft GT, der Kreissparkasse Halle-Wiedenbrück sowie vom Förderverein der Schule.
Mit der Miniphänomenta sind derzeit zehn Experimentierstationen an der Schule aufgebaut. Zunächst bis zu den Sommerferien bleiben die Stationen für die Schülerinnen und Schüler zugänglich und werden gezielt in den Unterricht eingebunden. So erhalten die Kinder die Möglichkeit, naturwissenschaftliche Phänomene eigenständig auszuprobieren und zu entdecken. Eine Investition, die sich aus Sicht der Schulleiterin Anja Giesbertz nachhaltig lohnt: „Die zehn Stationen bleiben dauerhaft an der Schule.“ Unterstützung beim Aufbau erhielt die Schule vom Lehrerinnenkollegium sowie von Eltern. Angeleitet wurden sie dabei von Björn Kaffenberger, Geschäftsführer des Vereins Phänomenta.
Die verschiedenen Stationen beschäftigen sich unter anderem mit Schwingungen, Pendeln und dem Thema Gleichgewicht. Dabei werden alle Sinne angesprochen. Besonders wichtig ist der offene Ansatz der Miniphänomenta: Die Kinder erhalten keine festen Vorgaben, sondern können sich den Experimenten neugierig und selbstständig nähern, eigene Erfahrungen sammeln und spielerisch Zusammenhänge verstehen.
Projekttage
Für die Klassen 1 und 2 sowie für die Jahrgänge 3 und 4 wurden jeweils vier unterschiedliche Projektthemen angeboten. Die Schülerinnen und Schüler konnten im Vorfeld ihre Wünsche äußern, die bei der Einteilung weitgehend berücksichtigt wurden.
Die jüngeren Kinder beschäftigten sich mit optischen Phänomenen, dem Weltall, dem Thema „Schwimmen und Sinken“ sowie unserer Natur. Für die älteren Schülerinnen und Schüler standen das Programmieren mit Bee-Bots, das Experimentieren mit Wasser, das Konstruieren mit Pappe sowie das Programmieren mit Lego – unter dem Motto „Wie du eine Wenn-Dann-Maschine baust“ – auf dem Programm.
Mit großer Neugier und Begeisterung tauchten die Kinder in die unterschiedlichen Themenbereiche ein: Sie begaben sich auf eine Entdeckungsreise durch das Sonnensystem, entwickelten kreative „Was ist dann…?“-Maschinen, untersuchten das Verhalten von Gegenständen im Wasser und setzten sich mit Umweltfragen auseinander. Darüber hinaus entstanden fantasievolle Spiele aus Pappe wie Mikado oder Kugelbahnen, es wurden spannende Wasserexperimente durchgeführt und erste Programmiererfahrungen mit kleinen Bodenrobotern gesammelt.
Die Projekttage boten den Schülerinnen und Schülern zahlreiche Gelegenheiten, selbstständig zu forschen, zu experimentieren und eigene Ideen umzusetzen. Sie bildeten eine ideale Vorbereitung auf die Miniphänomenta, bei der das entdeckende Lernen weiterhin im Mittelpunkt stehen wird.
„Ich glaube, alle Kinder hatten wirklich viel Freude. Sie hatten ihre Aufgaben gut im Blick und waren mit großer Motivation dabei. In den meisten Gruppen war es regelrecht ein Selbstläufer: Sobald die Aufgabe klar war, fanden sich die Kinder schnell in Gruppen zusammen und legten los. Egal ob Erstklässler oder die älteren Schülerinnen und Schüler – alle waren bei der Sache und sehr kommunikativ miteinander. Das war schön zu beobachten. Wenn ich nachgefragt habe, was gerade passiert, merkte man, dass die Kinder richtig in die Rolle der Erklärenden hineingewachsen sind“, so Schulleiterin Anja Giesbertz.
Die Kinder der Projektgruppe „Unsere Natur“ waren täglich im Wald unterwegs. Dort bauten sie Murmelbahnen, Tipis und Schneckenhäuser aus Naturmaterialien, pflanzten Kresse in einem selbst gebastelten Kressehaus an und stellten Farben aus natürlichen Materialien her.
In der Gruppe „Experimente mit Wasser“ führten die Kinder spannende Versuche durch. So wurde beispielsweise farbiges Wasser mithilfe von Zucker in unterschiedlichen Schichten gestapelt. Außerdem wurde ein kleines Papierboot mithilfe eines Glases unter Wasser gedrückt, ohne dass es dabei nass wurde.
„Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik sind im Sachunterricht immer wichtige Bestandteile. Dennoch gibt es Inhalte, die im Schulalltag zu kurz kommen und die man gerne noch intensiver behandeln würde. Solche MINT-Tage eignen sich sehr gut, um verschiedene Aspekte zu beleuchten, nicht nur bei einem einzelnen Versuch zu bleiben, sondern darüber hinaus weitere Zugänge zu ermöglichen. Vor allem bieten sie die Chance, die Ideen und die Kreativität der Kinder noch stärker zu entfalten.“