Natur, Jagd, Gemeinschaft: Hegering zieht Jahresbilanz
Mit dem traditionellen Auftritt des Jagdhornbläserkorps Wiedenbrück begann die diesjährige Jahreshauptversammlung des Hegerings Herzebrock-Rheda e.V. Nach der Begrüßung durch Hegeringleiter Rainer Hollenbeck standen neben den Regularien zahlreiche Berichte und aktuelle Themen rund um Jagd und Naturschutz im Mittelpunkt.
Der Rückblick auf das Jahr 2025 fiel insgesamt positiv aus. Den Auftakt bildeten der traditionelle Taubentag und ein geselliger Abschluss bei der Familie Kuhre. Bei der Bejagung von Nagetieren setzte sich der seit Jahren steigende Trend fort: Insgesamt wurden 154 Nutria und 19 Bisamratten erlegt.
Ein leichter Rückgang zeigte sich hingegen bei der Kitzrettung. Trotz des Einsatzes einer weiteren Drohne konnten lediglich 86 Rehkitze (2024 = 121 Kitze) vor dem Mähtod bewahrt werden. Rainer Hollenbeck führte dies darauf zurück, dass möglicherweise viele Tiere zum Zeitpunkt der Ernte bereits kräftig genug gewesen seien, um selbstständig zu flüchten. Neben Kitzen wurden auch Junghasen, Igel sowie Gelege von Fasanen und Enten entdeckt und geschützt. Zur weiteren Finanzierung der Kitzrettung appellierte der Hegeringleiter an die Landwirte, die freiwilligen Spenden zu erhöhen.
Großen Zuspruch erfährt weiterhin das Projekt „Lernort Natur“. Mechthild Gröver und ihr Team begeisterten mit Tierpräparaten bei Besuchen in Seniorenheimen, Schulen, Kindergärten und auf Stadtfesten. Auch bei den Ferienspielen konnten Kinder mit Angeboten wie „Was summt und brummt“ auf dem Hof Meloh sowie einem Waldtag am Hubertusheim für Naturthemen begeistert und sensibilisiert werden.
Im Bereich Hundewesen berichtete Andre Thüte von erfolgreichen Prüfungsteilnahmen und dankte insbesondere den Revierinhabern, die ihre Flächen für Ausbildung und Prüfungen zur Verfügung stellen. Die endgültigen Streckenzahlen der Saison 2025/2026 lagen zum Zeitpunkt der Versammlung noch nicht vor.
Schatzmeisterin Nadine Klink stellte den Kassenbericht vor. Höheren Ausgaben – insbesondere durch die Anschaffung einer weiteren Drohne – standen gestiegene Einnahmen gegenüber. Auf Antrag von Kassenprüfer Philipp Korsmeier wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Zum neuen Kassenprüfer wurde Norbert Cordes gewählt. Auch die Obleute Gerd Meierzuherde (Hundewesen), Andre Thüte (Marderbeauftragter/Junge Jäger), Heiko Bultmann (Internet und Öffentlichkeit), Mechthild Gröver (Lernort Natur) und Markus Paschedag (Schießwesen) wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Ein besonderer Programmpunkt war der Vortrag von Sören Fischer-Siewert von der Kreisjägerschaft Gütersloh. Ausgehend vom Gedicht „Waidmannsheil“ von Oskar von Riesenthal beleuchtete er das jagdliche Brauchtum und dessen Bedeutung in der heutigen Zeit. Dieses vermittle Werte wie Ethik und Waidgerechtigkeit, unterliege jedoch auch einem stetigen Wandel.
Markus Zimmer, Geschäftsführer der Kreisjägerschaft Gütersloh, informierte darüber, dass eine bereits beschlossene Satzungsänderung aufgrund formaler Fehler erneut überarbeitet werden muss. Zudem sprach er ausführlich über das Thema Biodiversität und appellierte eindringlich an die Jägerschaft, die Vorschriften bei Waffenschrankkontrollen konsequent einzuhalten. Der diesjährige Landesjägertag findet am 13. Juni in Paderborn statt.
Zum Abschluss unterbreitete Rainer Hollenbeck den anwesenden Landwirten ein Angebot: Der Hegering stellt kostenlos Saatgut für Blühflächen zur Verfügung und übernimmt auf Wunsch auch die Aussaat. Ermöglicht wurde dies durch ein Benefizkonzert in der Stadthalle Rheda-Wiedenbrück sowie einer sich daraus ergebenden Spende der Kreissparkasse Halle-Wiedenbrück in Höhe von 4.500 Euro.
Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Klaus Hülsewedde und Marquardt von Hodenberg mit der Ehrenurkunde des Deutschen Jagdverbandes ausgezeichnet. Bernhard Herlage sowie Burkhard Burholz gehören dem Hegering bereits seit 40 Jahren an. Der Hegering Herzebrock-Rheda zählt derzeit 212 Mitglieder. Die jagdbare Fläche umfasst 7.783 Hektar, verteilt auf 31 Jagdbezirke. Als Vogel und Tier des Jahres 2025 wurden das Hausrotschwänzchen und der Alpenschneehase benannt.