Ausstellung: Expressionismus in Westfalen – Landschaftsbilder aus der Sammlung Bunte

Ausstellung: Expressionismus in Westfalen – Landschaftsbilder aus der Sammlung Bunte

Der Heimatverein Herzebrock e.V. führt seine erfolgreiche Sommerausstellungsreihe mit einem besonderen Highlight 2022 fort. Die neue Ausstellung „Expressionismus in Westfalen – Landschaftsbilder aus der Sammlung Bunte“zeigt Arbeiten verschiedener Künstler des 20. Jahrhunderts die in Westfalen lebten, hier beheimatet waren oder sich zu ihren westfälischen Wurzeln in ihren Arbeiten bekannten. Es freut den Heimatverein sehr, dass das bekannte Sammlerehepaar Renate und Prof. Dr. Hermann-Josef Bunte ihre Kunstschatzkammer bereitwillig für diese Ausstellung in Herzebrock öffnen. So wird eine Auswahl wunderbarer Werke im Rahmen dieser Ausstellung im Zumbusch-Museum gezeigt.

Die Ausstellung und die in ihr vertretenen Arbeiten zeigen, dass es in der vermeintlichen Provinz durchaus mutige, aus Westfalen stammende und lange mit Skepsis beäugte Künstler gab, die bedeutende Werke geschaffen haben und das bis heutige Erscheinungsbild des Expressionismus ebenfalls prägten. Neben Hermann Stenner sind in der Ausstellung vor allem Ludwig Godewols, Peter August Böckstiegel, Karl Ellermann, Victor Tuxhorn, Wilhelm Schabbon und Ernst Sagewka vertreten. Erstaunlich ist der in ihnen innewohnende Weltsinn, der sie aus den mehr oder weniger engen Lebensverhältnissen und aus der westfälischen Heimat herausführte und mit der Welt der Kunst in Kontakt brachte. Gemeinsam ist den Künstlern das entschiedene Bekenntnis zur Moderne mit einer Malerei, die auf der Höhe der Zeit steht und nichts Provinzielles hat.

Die Sammlung Bunte hat diese Arbeiten in einem Umfang zusammengebracht die ihresgleichen sucht. Umso glücklicher ist der Heimatverein Herzebrock, eine kleine Auswahl dieser wunderbaren Arbeiten zeigen zu dürfen.

Die Ausstellung wird am Samstag, den 7. Mai 2022 um 15 Uhr in den Räumen des Zumbusch-Museums eröffnet. Das Sammlerehepaar wird anwesend sein und zu seiner Sammlung und zu der Ausstellung eine Einführung geben.

Laufzeit der Ausstellung: vom 7. Mai bis 31. Juli 2022, im Caspar Ritter von Zumbusch-Museum, Clarholzer Straße 45, Herzebrock.

Öffnungszeiten:Die Ausstellung ist sonntags von 15 bis 17 Uhrgeöffnet. Sonderöffnungen und Gruppenführungen sind während der Laufzeit möglich. Es wird auf Wunsch auch museumspädagogisches Arbeitsmaterial für Lerngruppen oder Schulklassen zur Verfügung gestellt. Der Eintritt ist frei, Spenden für die Arbeit des Heimatvereins sind willkommen. Kontakt über den Archivar des Heimatvereins: Karlheinz Buddenborg, Tel. 05245 922748.

Hintergrund zur Sammlung und zu den vertretenen Künstlern in der Sommerausstellung:

Prof. Ludwig Godewols (1870 – 1926) leitete seit 1907 die Malklasse an der neu gegründeten Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Bielefeld, wo zu seinen Schülern u. a. Peter August Böckstiegel, Hermann Stenner, Victor Tuxhorn, Heinz Lewerenz, Wilhelm Schabbon und Ernst Sagewka gehörten. 1923 wurde er zum Professor ernannt. Seit kurzem werden seine Kunstwerke, aber auch seine Ausbildungstätigkeit in Ausstellungen „Godewols und seine Schüler“ gewürdigt.

Karl Ellermann (1887 – 1910) begann seine künstlerische Ausbildung in Hessen, setzte diese dann in München fort und pflegte engen und freundschaftlichen Kontakt mit seinem Kollegen Hermann Stenner. Er starb in München bereits im Alter von 23 Jahren aufgrund eines angeborenen Herzfehlers.

Ernst Sagewka (1883 – 1959) übersiedelte 1892 nach Bielefeld und wurde 1907 Schüler in der Malklasse von Godewols. Er war Mitglied in mehreren westfälischen Künstlergruppen und war in vielen Ausstellungen in den 1930er-Jahren beteiligt.

Wilhelm Schabbon (1890 – 1962) besuchte schon früh die Bielefelder Handwerker- und Kunstgewerbeschule bei Ludwig Godewols. Nach dem Ersten Weltkrieg war er bei Goldschmieden in Bielefeld tätig und wurde 1920 durch Walter Gropius an das Bauhaus in Weimar als Leiter der Metallwerkstatt berufen, gab aber bereits Ende 1921 diese Tätigkeit auf. Danach war er in Bielefeld als freischaffender Maler, Zeichner, Gold- und Silberschmied bis zu seinem Tod tätig.

Victor Tuxhorn (1892 – 1964) begann nach zunächst künstlerischer Weiterbildung 1909 ein vollwertiges Studium bei Ludwig Godewols an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Bielefeld. Von 1921 bis 1923 studierte er an der Dresdner Kunstakademie, kehrte 1923 nach Bielefeld zurück, wo seine Werke in den 1920er- und 1930er-Jahren vielfach ausgestellt wurden. Bis zu seinem Tod war er in Bielefeld als freischaffender Künstler tätig.

Wenn die ausgestellten Künstler auch durchaus unterschiedliche Lebensläufe haben, so reizte alle die Darstellung der Landschaft, jeder auf seine eigene Art und mit seiner eigenen Malweise. Neben den Ölgemälden sind auch drei Zeichnungen ausgestellt.

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