Herzebrock-Clarholz, seit 1970 eine Doppelgemeinde

Moderne Strukturen für eine neue Zeit - Die kommunale Neugliederung

Herzebrock-Clarholz, seit 1970 eine Doppelgemeinde

Vom Frühjahr 1968 bis zum Sommer 1969 dominierte ein Thema die Diskussion in Herzebrock, Clarholz und Lette - die kommunale Neugliederung, die bis Ende 1974 in ganz Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde.

Eines der ausdrücklichen Ziele der kommunalen Neugliederung war es, die Ämter als über I00 Jahre alte Verwaltungseinheiten aufzulösen und leistungsfähige Gemeinden zu schaffen.

Die kleinsten Gemeinden sollten wenigstens so groß sein, dass sie eine voll ausgebaute Volksschule nach der Schulstrukturreform eine Hauptschule - sowie Kanalisation, Müllabfuhr und Feuerwehr unterhalten konnten. Ebenso sollten ein Freibad sowie Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und alte Menschen unterhalten werden können.

Weder Herzebrock mit 7050 Einwohnern noch Clarholz mit etwas mehr als 4000 Einwohnern erreichten auch nur annährend die Einwohnerzahl, die nach den Vorstellungen der Landesplaner für eine Kommune mindestens als notwendig erachtet werden sollte. Daher war es absehbar, dass die Selbstständigkeit der beiden Kommunen kaum zu verteidigen sein würde.

Ungewiss war darüber hinaus die Zukunft der nur 1942 zählenden Gemeinde Lette, für die sowohl ein Zusammenschluss mit Herzebrock und Clarholz zu einer Großgemeinde im Gespräch war als auch eine Eingemeindung in die benachbarte Stadt Oelde.

Mit dem Vorschlag, Lette nach Oelde einzugemeinden, folgte die Landesregierung dem Ergebnis einer vom Letter Gemeinderat initiierten Volksbefragung im August 1968, bei der sich 78% der Abstimmenden für einen Anschluss an Oelde ausgesprochen hatten.

Am 27. November 1969 verabschiedete der Landtag das ,Wiedenbrück-Gesetz', mit dem die Neugliederung des Kreises Wiedenbrück geregelt wurde. Für Herzebrock sah das Gesetz neben kleineren Grenzkorrekturen den Zusammenschluss von Herzebrock und Clarholz zu einer Großgemeinde vor. Außerdem erlangten die Grenzkorrektur im Bereich Möhler, wie sie im Gebietsänderungsvertrag mit der Gemeinde Kirchspiel Oelde vereinbart worden war, und die Eingemeindung von Bosfeld, das bis dahin zur Herzebrocker Bauerschaft Brock gehört hatte, in die Stadt Rheda-Wiedenbrück Gesetzeskraft.

Gekürzter Text: Eckhard Möller aus „Herzebrock 1150 Jahre Kloster- und Ortsgeschichte 860-2010“

Logo