Gemeinheiten! Vortrag zu den Herzebrocker Markengründen und ihrer Teilung
Von Judith Ahlke
Grundstücke, ganze Landstriche, die niemand sein Eigentum nennt? Vor 200 Jahren war das in Herzebrock und Umgebung noch Realität. Man nannte sie „Marken“ oder „Gemeinheiten“, heute spricht man auch von der „Allmende“, so Jan Althöfer. In einem Vortrag auf Einladung des Heimatvereins Herzebrock beleuchtet er am 19. Januar am Beispiel der Region Pixel, was es damit auf sich hat.
Auf mageren Sandböden erstreckte sich Heidelandschaft, auf den feuchten Böden entlang der Ems Auwald oder offene Sumpflandschaft. Diese Flächen waren schwierig oder gar nicht kultivierbar und blieben weitgehend unbesiedelt. Dennoch konnte man dort nicht einfach tun und lassen, was man wollte: Bereits im Mittelalter organisierten sich die Anlieger, etablierten Nutzungsrechte und verteidigten sie. Besonders das Entnehmen von „Plaggen“ aus der Heide als Einstreu für das Vieh und zum Düngen der Äcker sowie die „Hude“, der Eintrieb des Viehs auf diese Flächen waren früher wichtige Aspekte der Landwirtschaft. Ob, wann, wozu und in welchem Umfang die Nutznießer der Markengründe – später auch „Interessenten“ genannt – diese nutzen durften, das bestimmte die Herkunft. Überschreitungen oder Anmaßungen dieser Berechtigungen wurden bestraft. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Markengründe unter preußischer Verwaltung geteilt und in privates Eigentum überführt.
Wie die Herzebrocker Marken hießen, wo sie lagen und wie sie zum Zeitpunkt der Teilung aussahen, das erläutert Jan Althöfer in seinem Vortrag am 19. Januar um 19:00 Uhr im Pfarrzentrum Herzebrock, Am Kirchplatz 2. Der Vortrag ist kostenlos, Spenden sind willkommen.