Neuanfang mit klarer Strategie: Gewerbeverein Herzebrock‑Clarholz richtet sich als moderne Standortinitiative neu aus | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Der Gewerbeverein Herzebrock‑Clarholz hat in der Lübbering‑Halle einen klaren Neustart eingeleitet: Mit einem komplett neuen Vorstandsteam, frischen Ideen und dem Ziel, sich zur modernen Standortinitiative weiterzuentwickeln, stellt der Verein die Weichen für eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Standortarbeit.

Neuanfang mit klarer Strategie: Gewerbeverein Herzebrock‑Clarholz richtet sich als moderne Standortinitiative neu aus

Neuanfang am historischen Ort – Gewerbeverein wählt neuen Vorstand

Wo einst Miele produzierte und heute Lübbering Innovationen entwickelt, hat der Gewerbeverein Herzebrock‑Clarholz einen Neustart vollzogen. In der ehemaligen Miele‑Halle an der Industriestraße wählten die Mitglieder gestern ein komplett neues Vorstandsteam: André Vielstädte übernimmt als erster Vorsitzender, Jette Lübbering als zweite Vorsitzende, Nicole Jeschke als erste Schriftführerin, Christina Vredenburg als zweite Schriftführerin, Steffi Reckord als erste Kassenwartin und Nick Venneker als Beitragskassenwart.

Abschied nach bis zu 23 Jahren – Dank an den alten Vorstand

Zu Beginn der Versammlung blickte der bisherige Vorstand auf viele Jahre ehrenamtlicher Arbeit zurück. Einige Mitglieder hatten den Verein über ein Jahrzehnt, andere sogar mehr als zwei Jahrzehnte begleitet. Dirk Vogel, der den Abend für den scheidenden Vorstand eröffnete, sagte: „Es wird Zeit für uns zu gehen. Wir haben es im letzten Jahr angekündigt – und wir sind froh, dass es mit einem neuen Vorstand auch weitergeht.“

Besonders hob Vogel die langjährige Zusammenarbeit mit der bisherigen Druckerei hervor:„Herzlichen Dank an die Druckerei Eusterhus für die jahrzehntelange super gute Zusammenarbeit – ihr wart von Anfang an dabei.“

Aktionsgemeinschaften: Stabilität, Übergänge und neue Gesichter

Die Untergruppen des Gewerbevereins – Herbstwoche, Weihnachtsmarkt, Wochenmarkt und Cityfest – berichteten über ihre Arbeit und anstehende Veränderungen.

50. Herbstwoche: Jubiläum und Generationswechsel

Die beiden Hauptorganisatoren möchten im Jubiläumsjahr bewusst den Staffelstab weitergeben. Norbert Pollmeyer und Manfred Schäfer leiten die Planungen noch einmal gemeinsam, bereiten jedoch gleichzeitig den Übergang vor. Unterstützt werden sie dabei von Yvonne Homeier und Julia Pavenstädt‑Westhoff, die bereits intensiv eingearbeitet wurden und ab 2027 die Hauptverantwortung übernehmen werden.

Bei der Vorstellung der Programmpunkte betonten Pollmeyer und Schäfer sowohl die Besonderheiten des Jubiläums als auch den geplanten Wechsel im Organisationsteam. „Wir machen das gerne – aber wir machen es erst einmal gemeinsam. Nächstes Jahr drehen wir den Spieß um“, erklärte Norbert Pollmeyer. Damit ist der Übergang frühzeitig geregelt und die Kontinuität der Organisation langfristig gesichert.

Weihnachtsmarkt Herzebrock

Der Weihnachtsmarkt bleibt mit seinem Team von zehn Aktiven weiterhin gut aufgestellt. Linus Kemper, der die Organisation in diesem Jahr von Gudrun Mensing übernommen hat, berichtete, dass die Gruppe stabil arbeite und sich auf die kommende Saison freue. Besonders positiv sei, dass sich bereits mehrere neue Gesichter angeschlossen hätten, die frische Ideen und zusätzliche Unterstützung einbringen. Damit sei der Weihnachtsmarkt nicht nur personell breiter aufgestellt, sondern auch inhaltlich gut für die nächsten Jahre vorbereitet.

Wochenmarkt Herzebrock

Ein stabiles Bild zeigt sich auch beim Wochenmarkt. Zwar scheidet Heiner Westphal aus dem Vorstand aus, doch bleibt er dem Verein weiterhin als Marktleiter erhalten. Gemeinsam mit Diedrich Utler führt er den Wochenmarkt in Zusammenarbeit fort. Allerdings seien auch hier die finanziellen Rahmenbedingungen anspruchsvoller geworden. So konnte im vergangenen Jahr der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz nur dank der tatkräftigen Unterstützung der Feuerwehr aufgestellt werden – ein Zeichen dafür, wie wichtig verlässliche Partner und gemeinschaftliches Engagement für den Wochenmarkt geworden sind.

Cityfest Herzebrock

Das Cityfest soll von nun an im zweijährigen Wechsel stattfinden und kehrt auch in diesem Jahr mit spürbarem Rückenwind zurück. Viele Teilnehmende aus den vergangenen Jahren sind wieder dabei, was den Organisatoren zeigt, wie stark das Fest schon wieder in der Gemeinde verankert ist. Insgesamt liegen bereits rund 50 Anmeldungen vor – von Vereinen über Initiativen bis hin zu Gewerbetreibenden, die das Fest mit Leben füllen wollen. Die Gemeinde unterstützt die Aktionsgemeinschaft bei organisatorischen Aufgaben. Interessierte Teilnehmende können sich noch anmelden.

Finanzen: Leichter Rückgang, aber solide Basis

Kassierer Sebastian Elberg stellte den Jahresabschluss 2025 vor. Die Einnahmen sanken leicht, während die Ausgaben ebenfalls zurückgingen.Unterm Strich steht ein Fehlbetrag, der jedoch durch die noch vorhandenen Rücklagen abgefedert wird. Die Kassenprüfung bestätigte eine einwandfreie Buchführung. Der alte Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Neuausrichtung: Vom Gewerbeverein zur Standortinitiative

In seiner Bewerbungsrede machte André Vielstädte deutlich, dass der Gewerbeverein vor einem grundlegenden Wandel steht. Der Verein müsse sich künftig stärker als Standortinitiative verstehen, die nicht nur den Einzelhandel, sondern die gesamte lokale Wirtschaft, die Lebensqualität und die Attraktivität der Gemeinde im Blick hat. Dazu gehört auch, neue Zielgruppen wie Industriebetriebe, Handwerksunternehmen, Dienstleistende und Solo‑Selbstständige aktiver einzubinden und ihnen eine gemeinsame Plattform zu bieten.

Ein zentraler Schritt wird ein umfassender Kassensturz sein, bei dem alle Strukturen, Ausgaben und Abläufe überprüft und neu ausgerichtet werden. Besonders im Fokus steht dabei das Magazin Markt & Gemeinde, das redaktionell modernisiert und stärker lokal verankert werden soll. Vielstädte kündigte an, das Heft gemeinsam mit dem Herzeblog weiterzuentwickeln, um wieder ein Magazin zu schaffen, „das man gerne liest“.

Gleichzeitig sollen die Aktionsgemeinschaften des Vereins künftig intensiver unterstützt und organisatorisch entlastet werden. Veranstaltungen wie Herbstwoche, Weihnachtsmarkt, Wochenmarkt und Cityfest sollen weiterhin das Herzstück der lokalen Identität bleiben, jedoch mit klareren Strukturen und weniger Bürokratie.

Ergänzend dazu plant der neue Vorstand den Aufbau neuer Netzwerkformate: Ein neues, quartalsweise stattfindendes Wirtschaftsfrühstück soll künftig den regelmäßigen Austausch zwischen Unternehmen stärken. Die erste Ausgabe findet am 18. Juni auf dem Biohof Pavenstädt‑Westhoff statt und richtet sich an Betriebe aller Branchen. Ergänzend dazu plant der neue Vorstand den Aufbau eines eigenen Netzwerks für Unternehmerinnen, um deren Sichtbarkeit zu erhöhen und den fachlichen Austausch gezielt zu fördern. Die Mitglieder des Gewerbevereins werden zu beiden Formaten eingeladen, die langfristig zu festen Bausteinen der neuen Vereinsarbeit werden sollen.

Darüber hinaus will der Gewerbeverein künftig eine deutlich stärkere Stimme der Wirtschaft in kommunalen Entscheidungsprozessen sein. Vielstädte betonte, dass wirtschaftliche Perspektiven in politischen Diskussionen präsenter werden müssen, um den Standort langfristig zu sichern. Um all diese Veränderungen strukturell zu ermöglichen, kündigte der Vorstand eine umfassende Satzungsreform an, die flexiblere Vorstandsmodelle und moderne Vereinsstrukturen schaffen soll.

Fazit: Aufbruchsstimmung und Rückenwind

Die Wahl des neuen Vorstandes wurde von Achim Lübbering geleitet, der souverän durch den formalen Teil der Versammlung führte. Der vorgeschlagene Vorstand wurde anschließend mit nur einer Enthaltung gewählt – ein deutliches Zeichen für das Vertrauen der Mitglieder in das neue Team und den eingeschlagenen Kurs des Vereins.

Die Mitgliederversammlung endete mit unterstützendem Applaus und spürbarer Aufbruchsstimmung. Der Gewerbeverein Herzebrock‑Clarholz startet mit einem neuen Vorstand, neuen Ideen und einem klaren Ziel: den Standort stärken, die Aktionsgemeinschaften unterstützen und die lokale Wirtschaft sichtbarer und zukunftsfähiger machen.

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