Rat beschließt Raumprogramm und Architekten-Auswahlverfahren für den Neubau einer Feuer- und Rettungswache in Clarholz

Rat beschließt Raumprogramm und Architekten-Auswahlverfahren für den Neubau einer Feuer- und Rettungswache in Clarholz

Der Rat der Gemeinde Herzebrock-Clarholz hat gestern Abend einstimmig beschlossen, ein Raum- und Funktionsprogramms für den Neubau einer gemeinsamen Feuer- und Rettungswache in Clarholz umzusetzen. Für die Auswahl des Architekten soll ein Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden.

Für den Bau werden Kosten in Höre von 6.126.120 EUR (Baubeginn 2024, angenommene Baukostensteigerung +30%). Die Baukosten der Rettungswache werden durch Mieteinnahmen mit einer Laufzeit über 25 Jahren vom Kreis GT refinanziert.

Ein wichtiger Schritt in Richtung neuer gemeinsamer Feuer- und Rettungswache in Clarholz.

Hintergrund:

Anfang 2022 wurde beschlossen, den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für den Löschzug Clarholz gemeinsam mit der Rettungswache für den Kreis Gütersloh zu errichten.

Als nächster Schritt zur Realisierung der Feuer- und Rettungswache ist das Raumprogramm und das Ausschreibungsverfahren für den Architekten festzulegen.

1. Festlegung des Raumprogramms

Zwischenzeitlich hat die Verwaltung mit der Wehrleitung der freiwilligen Feuerwehr, dem Kreis Gütersloh und den Kostenträgern für die Rettungswache (Krankenkassen) das Raumprogramm für die Feuer- und Rettungswache abgestimmt und geklärt, welche Räume bzw. Flächen gemeinsam genutzt werden können und welche technische Ausstattung erforderlich ist. .

Berechnungsgrundlage für den Raumbedarf bildeten die Mindestanforderungen der entsprechenden DIN-Standards (DIN 14092 – Feuerwehrhaus, DIN 13049 – Rettungswache), die ASR (Arbeitsstättenrichtlinie) und die Unfallverhütungsvorschriften.

Die Gesamtfläche für das Feuerwehrgeräte Clarholz mit der Rettungswache liegt bei rund 1.560 m². Die Rettungswache benötigt 412 m² Bruttogrundfläche mit einer Vorhaltung von einem RTW rund-um-die-Uhr sowie einer optionalen Erweiterung für einen weiteren Stellplatz, Räume für die Einsatzabwicklung und Aufenthalts- und Sanitärbereiche. Von dieser Fläche sollen 97 m² gemeinsam mit der Feuerwehr genutzt werden. Das Raumprogramm entspricht den Vorgaben der Krankenkassen als Kostenträger für die Rettungswachen und ist nicht mehr änderbar.

Für das Feuerwehrgerätehaus Clarholz werden nach Abstimmung mit der Freiwilligen Feuerwehr 1.148 m² Bruttogrundfläche einschließlich Erschließungsflächen benötigt; davon sollen 263 m² gemeinsam mit der Rettungswache genutzt werden, unter anderem die Waschhalle sowie die Technik- und Hausanschlussräume.

Im Einzelnen werden folgende Bereiche benötigt:

  • Fahrzeughalle für 6 Einsatz-Fahrzeuge mit Waschhalle - 411 m²

  • Einsatzabwicklung (Schwarz-Weiß-Bereich) - 151 m²

  • Aufenthaltsräume, Verwaltung, Ausbildungsräume - 188 m²

  • Werkstätten und Lagerräume - 196 m²

  • Hausanschlussräume, Technikräume, Erschließungsflächen - 202 m²

Bruttogrundfläche insgesamt 1.148 m²

Im Flächenvergleich ist das Feuerwehrgerätehaus Clarholz rund 100 m² kleiner als das Feuerwehrgerätehaus in Herzebrock mit rund 1.250 m². Der Flächenbedarf ist aber aufgrund seiner höheren Funktionsstärke mit mehr Fahrzeugen und technischen Geräten deutlich höher als beim Feuerwehrgerätehaus Quenhorn mit 715 m².

Die voraussichtlichen Errichtungskosten einschließlich Freianlagen wurden auf Grundlage der Baukosten für das im letzten Jahr fertiggestellte Feuerwehrgerätehaus in Quenhorn mit 4,5 bis 5,0 Mio. beziffert. Aufgrund der derzeit sehr stark gestiegenen und immer noch steigenden Baukosten kalkuliert die Verwaltung bei einem Baubeginn im Jahr 2024 mit einer angenommenen Baukostensteigerung von 30 % und damit von Errichtungskosten für die Feuer- und Rettungswache in Clarholz in Höhe von rd. 6,1 Mio. €. Von diesen rd. 6,1 Mio. € entfallen rd. 1,6 Mio. € auf die Rettungswache, die vom Kreis Gütersloh über eine kostendeckende Miete refinanziert werden. Die Baukosten werden zu 100% über ein Darlehen finanziert, wobei die angestrebte Einwerbung von Fördermitteln den Finanzmittelbedarf reduzieren wird.

2. Auswahlverfahren für die Architektenleistung

Sollte der Ausschuss dem Raumprogramm für die Feuer- und Rettungswache zustimmen, kann im nächsten Schritt das europaweite Vergabeverfahren für die Architektenleistung begonnen werden.

In diesem zweistufigen Verfahren dient der Teilnahmewettbewerb als erster Schritt dazu, geeignete Bewerber auszuwählen und insgesamt die Zahl der Bieter zu reduzieren. Das Verfahren beginnt mit einer öffentlichen Bekanntmachung, in der das Vorhaben beschrieben wird und in der die Teilnahmebedingungen und Kriterien für die Auswahl der Teilnehmer am Verhandlungsverfahren bekannt gegeben werden. Die Kriterien werden im Vorfeld durch den Ausschuss beraten und festgelegt.

In einem Zeitraum von 30 Tagen können interessierte Planungsbüros Ihren Teilnahmeantrag einreichen. Nach Ablauf dieser Frist werden anhand der Auswahlwahlkriterien dann 3-5 Bewerber für das nachfolgende Verhandlungsverfahren ausgewählt. Dieser formellere Teil des Verfahrens soll mit juristischer Unterstützung durch die Kommunal-Agentur von der Verwaltung abgewickelt werden.

Im Anschluss an den Teilnahmewettbewerb werden die ausgewählten Planungsbüros für das Verhandlungsverfahren aufgefordert, nach mindestens 30 Tagen ein Erst-Angebot mit Honorarvorstellungen, Darstellung der Herangehensweise an den Planungsauftrag und Umsetzungsideen abzugeben. Die Verwaltung schlägt vor, zur besseren Beurteilung der Angebote ergänzend noch eine Konzeptstudie mit der Positionierung des Gebäudekomplexes auf der Fläche zu fordern.

Nach Auswertung der Erst-Angebote werden mit den Bewerbern Verhandlungsgespräche geführt und – soweit erforderlich – die Planungsbüros aufgefordert, ein überarbeitetes finales Angebot vorzulegen. Das Verhandlungsverfahren sowie die Auswertung der finalen Angebote sollen ebenfalls unter Begleitung der Kommunal-Agentur durch die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt werden. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, die Verhandlungsgespräche unter Beteiligung der Politik durchzuführen, allerdings sollte die Anzahl der Teilnehmenden auf max. 2 Personen pro Fraktion begrenzt sein.

Das Ergebnis der Angebotsauswertung mit einem Vergabevorschlag wird dann dem Ausschuss vorgelegt, so dass dieser die Entscheidung über den ausführenden Architekten treffen kann.

Insgesamt muss mit einem Verfahrenszeitraum von 4 bis 6 Monaten gerechnet werden.

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