Einstein-Gymnasium erinnert an den Auschwitz-Überlebenden Hugo Heinemann

Einstein-Gymnasium erinnert an den Auschwitz-Überlebenden Hugo Heinemann

Das hatte ihn große Überwindung gekostet, als er 2005 zum ersten Mal öffentlich spricht: Hugo Heinemann nimmt die Einladung der damaligen Leiterin der Israel-AG, Elisabeth Meier, an und berichtete den Schülern und Schülerinnen über sein Schicksal. Auch sie sind sichtlich berührt und aufgerüttelt von dem, was der Auschwitz-Überlebende ihnen zu sagen hat. Jahrelang hatte er geschwiegen, hielt seinen von den NS-Schergen mit der Nr. 104.946 tätowierten Arm bedeckt. Nun, vor jungen und interessierten Menschen, bricht der Damm: Die Einstein-SchülerInnenhören alle zum ersten Mal einen Überlebenden des Holocaust. Sie hören vom Schicksal seiner Mutter, die nach Riga deportiert wurde, von seiner eigenen Deportation 1943 in das Arbeitslager Auschwitz III – Monowitz. Als 18-Jähriger erlebt er Erniedrigung, Misshandlungen Hunger und Kälte. Er will nur eines: überleben! Und er hat Glück: Ihm wurden ab und an Küchenreste zugesteckt von Mitgefangenen, die es gut meinten mit dem jungen Mitgefangenen.

Nach der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 wird er mit weiteren Überlebenden auf den sogenannten Todesmarsch geschickt. Nach extremen Strapazen kommt er am 1.Juni 1945 als einer der wenigen Überlebenden über die Pfalz endlich nach Rheda zu seiner Tante.

2006 reist er mit einer Gruppe - auch SchülerInnen der AG waren dabei - nach Auschwitz: Erschüttert steht er vor den akribisch geführten Listen, in denen auch sein Name aufgeführt ist, spricht von der Arbeit für die Buna–Chemie-Werke in Monowitz, von seinem Überlebenskampf.

Regelmäßig war Hugo Heinemann Gast der Israel-AG des Einstein-Gymnasiums. Er kam gern zur Schule. Gegenüber allen Formen des Unrechts wollte er die jungen Menschen sensibilisieren. Oft betonte er, dass sie es waren mit ihrer ehrlichen und direkten Art, die ihm den Weg in die Öffentlichkeit sehr erleichtert hätten. Und er war erfreut über das echte Interesse und das Engagement der jungen Menschen. Als 2013 für seine Mutter Emma Stern ein Stolperstein in der Kleinen Straße in Rheda verlegt wurde, übernahmen die SchülerInnen des Einstein-Gymnasiums die Patenschaft dafür.

Das Einstein-Gymnasium hat Hugo Heinemann viel zu verdanken. Die Begegnungen vieler SchülerInnen und LehrerInnen mit ihm haben wesentlich dazu beigetragen,dass der Einsatz gegen das Vergessen der Gräuel der Nazidiktatur ein wichtiger Baustein des Erziehungsauftrags des Einstein-Gymnasiums geworden ist.

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