Paar aus Herzebrock-Clarholz ins Krankenhaus eskortiert

Weil der kleine Mateo es sehr eilig hatte, eskortierte ein Streifenwagen der Bielefelder Autobahnpolizei die in den Wehen liegende Frau und ihren Mann über die Autobahn 33 mit Blaulicht zur Paderborner Frauen- und Kinderklinik St. Louise.

Paar aus Herzebrock-Clarholz ins Krankenhaus eskortiert

Um 19.07 Uhr rief das Ehepaar Cristina und Matthias Goedtke aus Herzebrock-Clarholz die Hebammen im Geburtshaus in Paderborn an, dass sie jetzt losfahren würden, 63 km lagen vor ihnen.

Mit den Worten seiner Frau Cristina Goedtke: „Ich glaube, du musst ein bisschen schneller fahren-das wird knapp“ ging es für das Ehepaar, welches schon eine kleine Tochter namens Marla (1) hat, auf den Zubringer in Rheda-Wiedenbrück. Autobahn oder B 64 ? Das war die Frage, die Entscheidung fiel auf die Autobahn. Wie sich später rausstellte, die beste Entscheidung.

Auf der A 33 kam eine Baustelle mit der Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h. Matthias Goedtke nutzte seine Chance, indem er parallel neben einem Polizeiauto, das Richtung Brilon unterwegs war, fuhr, machte bei offenem Fenster auf sich aufmerksam und fragte, ob sie schneller fahren dürften, weil seine Frau in den Wehen läge. Mit Zustimmung der Beamten fuhr Matthias Goedtke „Schneller als die Polizei erlaubt“ Richtung Krankenhaus. Ihnen war schnell klar, dass das Ehepaar Goedtke es wirklich sehr eilig hat. Kurzerhand entschlossen sich die Polizisten, die werdenden Eltern zur Geburtsklinik zu eskortieren und fuhren mit Blaulicht voran. „In der Situation hat man einfach funktioniert“, berichtete im Nachhinein Matthias Goedke, der mit über 220 km/h im Schatten des Polizeiautos fuhr. Die Mutter Cristina Goedtke stand kurz vor der Geburt. Einen „Boxenstopp“ gab es noch, bis sie ihr Ziel erreichten, die Beamten wussten nicht in welche Klinik es gehen sollte. Nach erneutem Austausch über die Seitenfenster ging es dann zur Paderborner Frauen- und Kinderklinik St. Louise. Über die Freisprechanlage im Auto rief Matthias Goedtke dann nochmals im Krankenhaus an, um Bescheid zu geben, dass die Hebammen doch bitte schon zum Eingang kommen sollten, da es seine Frau ganz bestimmt nicht mehr in den Kreißsaal schaffen würde. Gleichzeitig sprach er Cristina Goedtke Mut zu und veratmete mit ihr während der Fahrt Wehe für Wehe. Um 19.27 Uhr waren sie noch Mitten auf den Straßen. Um 19.34 Uhr legte der Herzebrocker Familienvater dann vor dem Haupteingang der Klinik eine Vollbremsung ein. Ihr Mateo erblickte um 19.35 Uhr im Auto das Licht der Welt - der Motor des Wagens lief noch. Hebammen und Rettungssanitäter der Klinik standen bereit und versorgten die frischgebackene Familie. Der kleine Mann wog bei seiner Geburt 2.930 Gramm und ist 50 cm groß.

Laut Navi wäre das Ehepaar Goedtke erst um 19.45 Uhr im Klinikum eingetroffen. „Das war quasi die Fahrt unseres Lebens, ohne die Hilfe der Polizei wäre das Baby irgendwo zur Welt gekommen“, so Matthias Goedtke. Ein besonderer Dank gilt den Polizisten, Rettungssanitätern und dem Team der Klinik. Gerne würde sich Familie Goedtke bei den Beamten persönlich bedanken und hofft auf ein Zusammentreffen, sobald diese sich melden bzw. ermittelt werden können.

Ganz besonders freuen sich die Schwester Marla und die Großeltern, das neue Familienmitglied schon bald zu Hause in Herzebrock begrüßen und knuddeln zu dürfen.

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