Herzebrockerin spielt Fußball in den USA – Vom HSV bis nach Louisiana | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Von Herzebrock nach Louisiana: Mara Becker lebt ihren Traum vom College‑Soccer in den USA. Zwischen athletischem Training, straffem Spielplan und einem Studium mit juristischem Fokus erlebt sie ein intensives Jahr fern der Heimat – und weiß genau, wie ihr Weg nach dem Bachelor weitergehen soll.

Herzebrockerin spielt Fußball in den USA – Vom HSV bis nach Louisiana

Von Herzebrock nach Louisiana: Maras Weg in den US‑College‑Fußball

Wenn Mara Becker über ihren Weg in die USA spricht, wird schnell klar: Diese Entscheidung war kein Zufall, sondern das Ergebnis von Mut, harter Arbeit und einer großen Portion Neugier. Die heute 21‑jährige Herzebrockerin spielt seit 2023 College‑Soccer in den Vereinigten Staaten – erst in Kansas, ab der kommenden Saison in Shreveport, Louisiana.

Angefangen hat alles beim Herzebrocker SV. „Ich habe beim HSV angefangen, da war ich neun Jahre alt“, erzählt sie. Später wechselte sie zu Arminia Bielefeld, wo Teamkolleginnen erstmals von Fußballstipendien in den USA berichteten. Der Gedanke ließ sie nicht mehr los. Gemeinsam mit ihren Eltern filmte sie Spiele, stellte ein sportliches Profil zusammen und fand eine Agentur, die sie professionell begleitete. Kurz nach dem Abitur ging es los: ein neues Land, ein neues Team, ein völlig anderes System.

Warum Fußball in den USA anders funktioniert

Wer glaubt, College‑Soccer sei nur ein bisschen Campus‑Sport, irrt. Das amerikanische System unterscheidet sich in mehreren Punkten deutlich vom deutschen.

„Der Fußball hier ist sehr athletisch“, sagt Mara. Krafttraining, Sprinttests und Conditioning gehören fest zum Alltag. Die Colleges investieren viel in moderne Trainingsanlagen und professionelle Betreuung. Während in Deutschland oft die taktische Ausbildung im Vordergrund steht, setzen US‑Teams stark auf körperliche Stärke und Explosivität.

Im Herbst stehen zwei Spiele pro Woche auf dem Plan – ein Rhythmus, der in Deutschland kaum vorstellbar ist. Dafür gibt es im Frühjahr nur wenige Wettkämpfe, sodass die Spielerinnen sich stärker auf Studium und individuelles Training konzentrieren können. Die Belastung ist hoch, aber klar strukturiert.

In den USA ist der Sport fest in den Hochschulalltag eingebettet. Trainingszeiten werden mit Vorlesungen abgestimmt, Coaches stehen im Austausch mit Professoren, und das Team wird schnell zur zweiten Familie. Für Mara ein großer Vorteil: Sie hat Freundschaften geschlossen, die weit über den Sport hinausgehen, und Weihnachten bereits in New York City und Dallas verbracht.

Zwischen Heimweh und Zukunftsplänen

So viel Neues sie erlebt – manches fehlt ihr trotzdem. Das Essen zum Beispiel: „Das Essen hier ist definitiv anders. Da vermisse ich das gute westfälische Essen schon.“

Wie es nach der kommenden Saison weitergeht, ist noch offen. Sicher ist nur: Erst einmal möchte sie nach Hause zurückkehren und in Deutschland ihren Master machen. In den USA studiert sie Internationale und Politische Beziehungen mit dem Fokus auf Rechtswissenschaften – ein Studium, das sie begeistert und das ihr Ziel klarer werden lässt: Sie möchte ihren Master gerne im Bereich internationales Recht machen.

Auf die Frage, ob sie in den USA eine Profikarriere anstrebt, antwortet sie: „Nein, ich genieße meine Zeit hier sehr, aber nach meinem Bachelor möchte ich nur noch nebenbei spielen und mich auf meinen Master fokussieren.“