Heimat-Preis 2026: Gemeinde würdigt herausragendes Ehrenamt | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Drei engagierte Akteure wurden mit dem Heimat-Preis der Gemeinde Herzebrock-Clarholz ausgezeichnet. Die Hospizgruppe, das Zeltlager-Team der Kolpingsfamilie Clarholz und der Ökumenische Arbeitskreis Eine Welt stehen beispielhaft für gelebtes Ehrenamt, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Verantwortung – vor Ort und weltweit.

Heimat-Preis 2026: Gemeinde würdigt herausragendes Ehrenamt

„Danke für ihr Engagement“

Zum vierten Mal ist am vergangenen Mittwoch der Heimat-Preis der Gemeinde Herzebrock-Clarholz verliehen worden. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde vor der Sitzung des Gemeinderates wurden in der Mensa der von-Zumbusch-Gesamtschule drei engagierte Akteure für ihren besonderen Einsatz für das Gemeinwohl ausgezeichnet. Neben Urkunden erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger ein Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro.

Der erste Preis und damit 2.000 Euro gingen an die Hospizgruppe Herzebrock-Clarholz e. V. Den zweiten Preis, dotiert mit 1.500 Euro, erhielt das Betreuer- und Helferteam des Zeltlagers der Kolpingsfamilie Clarholz. Der ökumenische Arbeitskreis Eine Welt wurde mit dem dritten Preis und ebenfalls 1.500 Euro ausgezeichnet.

Über die Vergabe hatte bereits Anfang Juli der Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Städtepartnerschaften entschieden. „Der Ausschuss hat erneut die verantwortungsvolle Aufgabe der Jury übernommen und die zahlreichen eingegangenen Bewerbungen sorgfältig beurteilt“, berichtet Julia Becker, Leiterin des Fachbereichs Schule, Sport, Kultur, Familie, Soziales und Ordnung.

Mit dem Heimat-Preis würdigt die Gemeinde Menschen und Initiativen, die sich in besonderer Weise für das Zusammenleben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Herzebrock-Clarholz einsetzen. Bürgermeister Marco Diethelm betonte bei der Preisverleihung die große Bandbreite des ehrenamtlichen Engagements: „Die drei Preisträgerinnen und Preisträger zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, was Heimat ausmacht: füreinander da zu sein, Verantwortung zu übernehmen und Gemeinschaft aktiv zu gestalten. Ob in der Begleitung schwerstkranker Menschen und ihrer Angehörigen, in der Kinder- und Jugendarbeit oder beim Einsatz für fairen Handel und globale Gerechtigkeit: Dieses ehrenamtliche Engagement verdient unsere Anerkennung und unseren Dank.“

Hospizgruppe Herzebrock-Clarholz erhält ersten Preis

Die Hospizgruppe Herzebrock-Clarholz e. V. erhielt den ersten Preis der Gemeinde für ihr langjähriges Engagement. Seit 27 Jahren begleitet sie schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige.

„Sie schenken Zeit, geben Halt und begleitet Betroffene mit großer menschlicher Wärme und fachlicher Kompetenz“, würdigte Bürgermeister Marco Diethelm den Einsatz der Ehrenamtlichen.

Der 1999 gegründete Verein zählt heute mehr als 20 aktive Mitglieder und elf Fördermitglieder. In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 100 Familien offiziell begleitet. Seit der Gründung fanden zudem mehrere Tausend Beratungen statt.

Neben der Sterbe- und Angehörigenbegleitung bietet die Hospizgruppe Vorträge und Workshops zu den Themen Sterben, Tod und Trauer an. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zu einem würdevollen Miteinander in Herzebrock-Clarholz.

Zeltlager der Kolpingsfamilie Clarholz ausgezeichnet

Den zweiten Preis erhielt das Betreuer- und Helferteam des Zeltlagers der Kolpingsfamilie Clarholz.

Seit 1976 steht das Zeltlager der Kolpingjugend Clarholz für Gemeinschaft, Abenteuer und gelebtes Ehrenamt. Zum 50-jährigen Bestehen ging es in diesem Jahr für mehr als 90 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 15 Jahren nach Medelon.

Dass zwölf erlebnisreiche Tage im Sauerland möglich sind, dafür sorgen rund 80 Ehrenamtliche – von den Betreuerinnen und Betreuern über die Auf- und Abbauer bis hin zu den Küchenteams.

„Wir freuen uns sehr über die Anerkennung. Sie macht sichtbar, wie viel Arbeit und Engagement hinter dem Zeltlager steckt und wie viele Menschen daran beteiligt sind“, sagt das Betreuerteam.

Denn der Aufwand ist über die Jahre deutlich gewachsen: Schulungen, Hygieneregeln, Führungszeugnisse, Förderanträge sowie der Transport und Aufbau umfangreichen Materials gehören heute zur Vorbereitung.

Geblieben ist das Wichtigste: Junge Menschen investieren ihre Freizeit und teilweise ihren Urlaub, um Kindern und Jugendlichen zwölf besondere Ferientage zu ermöglichen. Der zweite Preis würdigt damit nicht nur die Betreuerinnen und Betreuer, sondern das gesamte Team, das seit Jahrzehnten das Zeltlager mit Leben füllt. 2027 geht es für die Kolpingjugend Clarholz nach Giershagen.

ökumenischer Arbeitskreis Eine Welt erhält dritten Preis

Der dritte Preis ging an den ökumenischen Arbeitskreis Eine Welt, der sich seit 40 Jahren in Herzebrock-Clarholz für fairen Handel und globale Gerechtigkeit engagiert.

1986 gründete Margret Nordemann unter dem Leitgedanken „Nicht reden, sondern handeln“ den Arbeitskreis. Was mit einem kleinen Verkaufsstand für Kaffee, Tee, Honig und weitere fair gehandelte Produkte begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer festen Initiative. Heute gibt es eine Verkaufsstelle im Pfarrzentrum sowie Außenstellen in der Gemeinde. Außerdem ist der Arbeitskreis regelmäßig auf Märkten, bei kirchlichen Festen und anderen Veranstaltungen präsent.

Menschen unterschiedlicher sozialer, beruflicher und konfessioneller Hintergründe engagieren sich hier gemeinsam für fairen Handel und ein solidarisches Miteinander. Sämtliche Tätigkeiten werden ehrenamtlich ausgeübt. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass die Produzentinnen und Produzenten ihrer Waren einen Preis erhalten sollen, der ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Es sind vor allem Kleinbauern und Handwerker in Südamerika, Afrika und Asien, die von den Grundsätzen des fairen Handels profitieren. Die erzielten Erlöse werden nach Abzug der Kosten vollständig für gemeinnützige Projekte in aller Welt gespendet.

Mit seinem langjährigen Einsatz hat der Arbeitskreis zudem die Entwicklung von Herzebrock-Clarholz zur Fairtrade-Town maßgeblich unterstützt und tut es immer noch, um auch den fairen Handel vor Ort sichtbar zu machen. Die Auszeichnung würdigt damit ein Engagement, das seit vier Jahrzehnten lokale Verantwortung mit weltweiter Solidarität verbindet.

„Sie zeigen damit eindrucksvoll, dass Heimatverbundenheit und Weltoffenheit zusammengehören“, lobte Diethelm.

Schon jetzt lädt der ökumenische Arbeitskreis Eine Welt Herzebrock-Clarholz zu seinem 40-jährigen Jubiläum ein. Dieses soll am 24. Oktober ab 15 Uhr im Pfarrzentrum St. Christina gefeiert werden. Den Abschluss bildet um 18 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst.