Bundesverdienstkreuz für Hans-Bernhard Vielstädte: Herzebrocker für Engagement und Heimatliebe geehrt | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Eine besondere Ehrung für den Herzebrocker Bildhauermeister Hans-Bernhard Vielstädte: Für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Steinmetz- und Bildhauerhandwerk sowie sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement für Kultur, Geschichte und Heimat erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Bundesverdienstkreuz für Hans-Bernhard Vielstädte: Herzebrocker für Engagement und Heimatliebe geehrt

Bundesverdienstkreuz für Hans-Bernhard Vielstädte: Herzebrocker Bildhauer für jahrzehntelanges Engagement in Handwerk, Kultur und Heimat ausgezeichnet

Eine besondere Auszeichnung für einen Herzebrocker, der sich seit Jahrzehnten weit über seinen Beruf hinaus engagiert: Hans-Bernhard Vielstädte ist mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Landrätin Ina Laukötter überreichte dem 71-jährigen Bildhauermeister die Auszeichnung im Beisein zahlreicher Gäste in seiner Werkstatt in Herzebrock. Gewürdigt wird damit nicht nur sein außergewöhnlicher Einsatz für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk, sondern insbesondere sein langjähriges ehrenamtliches Engagement.

Herzebrock ist für Hans-Bernhard Vielstädte dabei weit mehr als nur Wohn- und Arbeitsort. Über Jahrzehnte hat er sich auf vielfältige Weise für das gesellschaftliche, kulturelle und historische Leben seines Heimatortes eingesetzt. Bis heute engagiert er sich aktiv im Heimatverein Herzebrock und gehört seit März 2026 dessen neuem Teamvorstand an.

Wie eng dabei berufliches Können und Heimatverbundenheit miteinander verbunden sind, zeigt ein Projekt, das erst Ende vergangenen Jahres verwirklicht wurde: Gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen sorgte Vielstädte dafür, dass das historische Herzebrocker Ortswappen wieder einen sichtbaren Platz im Ortskern erhielt. Das aus Anröchter Dolomit gefertigte Wappen wurde im Torbogen zum Kirchplatz angebracht. Vielstädte war gemeinsam mit Karl-Hermann Schlepphorst maßgeblich an der Gestaltung beteiligt. Eine große Stahlplatte rund um das Wappen dokumentiert zudem die verschiedenen historischen Schreibweisen Herzebrocks – von „Horsabruoca“ bis zum heutigen Ortsnamen.

Damit steht das Projekt beispielhaft für Vielstädtes Engagement: Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern sie sichtbar und für die Menschen vor Ort erlebbar zu machen. Auch als Archivar des Heimatvereins beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte Herzebrocks und bringt seine Kenntnisse und Ideen in die Arbeit des Vereins ein.

Jahrzehntelanger Einsatz für das Handwerk

Sein ehrenamtliches Wirken reicht allerdings weit über Herzebrock-Clarholz hinaus. Vor rund 40 Jahren legte Vielstädte seine Meisterprüfung als Steinbildhauermeister ab, 1994 übernahm er den elterlichen Handwerksbetrieb in Herzebrock. Bereits 1991 wurde er zum Obermeister der Steinmetz- und Bildhauer-Innung Paderborn-Lippe gewählt. Mehr als drei Jahrzehnte, bis Oktober 2022, übte er dieses Amt aus; anschließend wurde er zum Ehrenobermeister ernannt.

In dieser Zeit setzte sich Vielstädte besonders für die Weiterentwicklung seines Berufsstandes und die Gewinnung jüngerer Handwerker für die Innungsarbeit ein. Er organisierte Veranstaltungen zur Vernetzung der Betriebe und initiierte 1995 das Patronatsfest der Innung.

Auch fachpolitisch brachte er sich ein. Im Zuge des neuen Bestattungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen beteiligte er sich Anfang der 2000er-Jahre an der Diskussion und wandte sich mit einem Fachbeitrag an den zuständigen Ausschuss des Landtags. Ebenso engagierte er sich für die Beteiligung seines Berufsstandes an den Landesgartenschauen. Dort sollte das Bildhauerhandwerk nicht nur mit Mustergrabfeldern vertreten sein, sondern als lebendiges und kreatives Handwerk für die Besucher unmittelbar erfahrbar werden.

Besondere Aufmerksamkeit fand außerdem die 2006 von der Bildhauer-Innung veranstaltete Ausstellung „Licht und Schatten“, an deren Konzeption und inhaltlicher Ausgestaltung Vielstädte maßgeblich beteiligt war. Sie verband zeitgemäße Grabstättengestaltung mit einer Auseinandersetzung über Tod, Trauerbewältigung und neue Bestattungsformen.

Handwerker, Künstler und Heimatfreund

Vielstädtes Wirken verbindet damit drei Bereiche, die sich durch sein gesamtes Berufsleben ziehen: Handwerk, Kunst und Ehrenamt. Als Bildhauer schuf er zahlreiche Skulpturen und Arbeiten und setzte sich zugleich dafür ein, die gestalterische Qualität auf Friedhöfen weiterzuentwickeln. Als Obermeister übernahm er Verantwortung für seinen Berufsstand. Und als Herzebrocker engagiert er sich bis heute für die Geschichte und das kulturelle Leben seines Heimatortes.

Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande findet dieses jahrzehntelange Wirken nun eine besondere staatliche Anerkennung. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste Auszeichnung des Bundes für Verdienste um das Gemeinwesen. Für Hans-Bernhard Vielstädte würdigt sie einen Lebensweg, bei dem beruflicher Erfolg und die Bereitschaft, Verantwortung für andere und für die eigene Heimat zu übernehmen, stets eng miteinander verbunden waren.