Menschenrettung, Staplerunfall, Dachbrand: Feuerwehr meistert anspruchsvolle Übungslage
Ein Video von der ganzen Übung findet ihr bei Instagram, Facebook und TikTok auf dem jeweiligen Herzeblog-Kanal.
Sirenen, Einsatzfahrzeuge und über 90 Feuerwehrkräfte sorgten am Samstagnachmittag für Aufmerksamkeit im Industriegebiet. Grund war jedoch kein realer Notfall, sondern eine groß angelegte Alarmübung der Feuerwehr Herzebrock-Clarholz auf dem Gelände der Firma Steinel an der Dieselstraße.
Das Szenario begann gegen 13 Uhr mit der Auslösung der automatischen Brandmeldeanlage. Nach der Alarm- und Ausrückeordnung wurden zunächst die Löschzüge Herzebrock und Clarholz alarmiert. Noch während der ersten Erkundungen erhielt die Leitstelle weitere Informationen: Im Bereich der Ladestationen des Hochregallagers sollte ein Gabelstapler in Brand geraten sein. Daraufhin wurde das Einsatzstichwort auf „Brand Groß Industrie“ erhöht und zusätzlich die Löschzüge Quenhorn und Möhler sowie das Deutsche Rote Kreuz alarmiert.
Bereits bei der Ankunft der ersten Kräfte stellte sich die Lage als deutlich umfangreicher dar als zunächst angenommen. Mehrere Mitarbeitende galten als vermisst. Während sich sich die Löschzüge Herzebrock und Möhler auf die Menschenrettung und Brandbekämpfung im Bereich des Hochregallagers konzentrierten, wurden weitere Einsatzabschnitte eingerichtet.
Besonders herausfordernd war die Rettung mehrerer Personen aus den Obergeschossen. Durch die angenommene Rauchausbreitung im Treppenraum konnten diese das Gebäude nicht mehr eigenständig verlassen. Eine Person machte sich an einem Fenster bemerkbar und meldete weitere Betroffene in den Büros. Die Rettung erfolgte unter anderem über die Drehleiter, während weitere Personen über sichere Rettungswege ins Freie gebracht wurden.
Parallel entwickelte sich die Übungslage weiter: Ein Mitarbeiter meldete, aus Panik einen Gabelstapler aus dem Gefahrenbereich gefahren zu haben. Dabei sei ein Kollege erfasst und unter dem Fahrzeug eingeklemmt worden. Der Löschzug Clarholz übernahm daraufhin die technische Rettung der verletzten Person in einer benachbarten Halle und leitete anschließend weitere Maßnahmen zur Brandbekämpfung ein.
Im Verlauf der Übung griff das angenommene Feuer auf das Dach des Gebäudes über. Der Löschzug Quenhorn richtete einen weiteren Einsatzabschnitt ein und nahm einen Außenangriff vor. Gleichzeitig sorgten mehrere Hydranten und die Fahrzeugtanks für eine gesicherte Löschwasserversorgung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Übung lag auf der Organisation größerer Einsatzstellen. Dazu gehörten die Bildung und Führung mehrerer Einsatzabschnitte, die Kommunikation zwischen den Einheiten sowie die Koordination der Atemschutztrupps. Erstmals wurde zudem das neue Hygienemodul der Feuerwehr eingesetzt. Dort konnten kontaminierte Atemschutzgeräteträger nach ihrem Einsatz registriert, gereinigt und mit Wechselkleidung versorgt werden.
Die Übungsleitung hatte das Szenario bewusst dynamisch gestaltet. Durch Rückmeldungen von Statistinnen und Statisten entwickelte sich die Lage fortlaufend weiter, sodass die Einsatzkräfte auf neue Herausforderungen reagieren mussten. Ziel war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen.
Als alle vermissten Personen gerettet und die Brandbekämpfung in allen Einsatzabschnitten eingeleitet worden war, konnte die Übung erfolgreich beendet werden. Im Anschluss nutzten die Beteiligten die Gelegenheit, den Ablauf gemeinsam auszuwerten.
Die Feuerwehr zeigte sich mit dem Verlauf der Übung zufrieden. Besonderer Dank galt der Firma Steinel für die Bereitstellung des Übungsobjekts sowie die Unterstützung bei der Durchführung. Ein gemeinsamer Imbiss bildete den Abschluss eines intensiven Übungsnachmittags.