Viele Kinder/Jugendliche in Quarantäne: Bürgermeister und Sportbeauftragte äußern sich zur Coronalage in der Gemeinde

Viele Kinder/Jugendliche in Quarantäne: Bürgermeister und Sportbeauftragte äußern sich zur Coronalage in der Gemeinde

In Herzebrock-Clarholz mussten in den letzten Tagen viele Kinder und Jugendliche vom Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh in Quarantäne geschickt werden, da zunächst unerkannte infizierte Personen am Unterricht bzw. einem Sportkurs teilgenommen haben. Einige verärgerte Eltern haben daraufhin die Schuld beim Verein und den Übungsleiterinnen und Übungsleitern gesucht.

Der Vorsitzende des Gemeindesportverbands, Alfred Wesche, betont, dass es nicht die Pflicht der Vereine oder der Übungsleiterinnen und Übungsleiter ist, alle anwesenden Personen (erneut) zu testen. Diese müssten vielmehr darauf vertrauen, dass nur gesunde Kinder, Jugendliche und Erwachsene an den jeweiligen Sportangeboten teilnehmen.

Er sieht die Tragik hinter den Vorfällen und weist auf die gesellschaftliche Verpflichtung hin, sich und andere zu schützen. Was ihn darüber hinaus verärgert, ist, dass die ehrenamtlich engagierten Personen, an deren Kursen die infizierten Personen teilgenommen haben, in den letzten Tagen teils massiv von den Eltern anderer Kinder angegangen worden sind. „Das geht gar nicht“, so Wesche. „Wir sollten froh sein, dass wir so viele ehrenamtlich tätige Personen in der Gemeinde haben, die sich selber dieser Gefahrensituation aussetzen.“ Es kann immer wieder zu Situationen mit unerkannten Erkrankungen kommen. Die Eltern der von der Quarantäne betroffenen Kinder sollten die Schuld aber nicht bei den Übungsleiterinnen und Übungsleitern suchen, denn ohne dieses Engagement würde die Betreuung wieder ausschließlich bei den Eltern liegen.

Nachdem die Gemeinde lange Zeit die niedrigste Inzidenz im Kreis Gütersloh hatte, verzeichnet Herzebrock-Clarholz heute mit einer Inzidenz von 187 die höchste aller 13 Kommunen. Das zeigt, wie schnell sich die Situation ändern kann. Bürgermeister Marco Diethelm stellt in letzter Zeit jedoch bei einigen Menschen einen nachlässigeren Umgang mit dem Corona-Virus fest. „Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger nehmen die Gefahr, die vom Corona-Virus ausgeht, nur noch bedingt ernst. Auch das kann zu solchen Situationen führen“, so Diethelm. „Mir ist bewusst, dass das Testen unserer Kinder oft auch mit Stress verbunden ist. Jedoch möchte ich auch als Vater sicher sein, dass andere Eltern ebenfalls versucht haben, mein Kind und meine Angehörigen zu schützen.“

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