Notfall-Alarmierung bei Stromausfall - Satelliten-Telefon und -Internet im Krisenfall

Notfall-Alarmierung bei Stromausfall - Satelliten-Telefon und -Internet im Krisenfall

Um selbst bei einem Stromausfall handlungsfähig zu bleiben, investiert der Kreis Gütersloh umfassend in Kommunikationstechnik für die Leitstelle, Rettungswachen und Feuerwehrgerätehäuser. Hintergrund ist die drohende Gasmangellage im Winter. Vor deren Hintergrund hatte das NRW-Innenministerium die Kommunen und Kreise aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit.

Auch in Herzebrock-Clarholz wurde die Gemeindeverwaltung bereits aktiv: Sie schaffte bereits zwei Satellitentelefone und Notstrom-Aggregatoren an. Über das Glasfasernetz der Netzgesellschaft Herzebrock-Clarholz haben die Verwaltung, der Bauhof, die Schulen sowie der Löschzug Herzebrock und Clarholz über eine „Dark Fiber“ im Krisenfall weiterhin die Möglichkeit zu kommunizieren.

Zusätzlich haben das Rathaus und ein Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Herzebrock-Clarholz durch jeweils eine Starlink Antenne Zugriff auf das Internet.

Das Szenario:

Ein Stromausfall über mindestens 72 Stunden. Die ‚Taskforce Energiemangellage‘, die sich seit mehreren Wochen bereits regelmäßig austauscht, sah dringenden Handlungsbedarf bei der Alarmierung in Notfällen. Für die Bürgerinnen und Bürger wäre bei einem Stromausfall der Rettungsdienst nicht erreichbar. Die Leitstelle, in der die Anrufe über 112 einlaufen, könnte weder Notarzt, noch Rettungswagen und Feuerwehr auf den Weg schicken. Es gehe darum die Grundstrukturen der Daseinsvorsorge aufrecht zu erhalten, Rettungsdienst, Feuerwehr und Hilfsorganisationen, so Dezernentin Dr. Angela Lißner.

Der Kreisausschuss stimmte in seiner Sitzung am Montagnachmittag einstimmig den Plänen zu, unter anderem durch Satellitentelefone und Starlink-Satelliten-Internet den Kontakt zwischen den Einsatzkräften auch bei Stromausfall zu gewährleisten.

Kommt es zu einem Stromausfall, sind die bestehenden Kommunikationssysteme nach wenigen Stunden wertlos. Festnetz, Mobilfunk und Internet fallen in kürzester Zeit aus. Auch die Basisstationen Digitalfunk sind bei Stromausfall lediglich für drei Stunden gepuffert. Das System zur Alarmierung der Einsatzkräfte, Digitale Alarm-Umsetzer, kurz DAU, hat einen Puffer von sechs Stunden. DAU muss man sich vorstellen wie eine Verteilerstation samt Antenne, über die der Alarm weitergeleitet wird.

Ansgar Kanther, stellvertretender Leiter der Kreisleitstelle, erläuterte den Politikerinnen und Politikern ein Hauptproblem: Man hätte bei einem Stromausfall zeitweise überhaupt keinen Kontakt zu den Rettungsdiensten. Würde ein Rettungswagen beispielsweise zu einem Einsatz nach Rietberg fahren und anschließend ein Krankenhaus ansteuern, gäbe es erst wieder einen Kontakt, wenn das Team beim so genannten Meldekopf zurückgekehrt sei.

Sollte es zu einem längeren Stromausfall kommen, würden die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgefordert sein, sich im Notfall direkt an die Feuerwachen, Polizeidienststationen und an die vermehrt auf den Straßen patroullierenden Polizeistreifen zu wenden.

Damit daraufhin dann Rettungsmittel beziehungsweise Feuerwehr in Gang gesetzt werden können, schlägt die Taskforce Energiemangellage fünf Bausteine in der Vorlage für die Politik vor.

  1. Eine Grundausstattung Satellitentelefonie für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, beispielsweise Feuerwehr, Rettungsdienst.

  2. Um eine Alternative im herkömmlichen Datenverkehr zu haben, spricht sich die Taskforce Energiemangellage für die Anschaffung des Satelliten-Internets Starlink der Firma SpaceX aus.

  3. Digitale Meldeempfänger für alle Einheiten der Gefahrenabwehr (Deutsches Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Kreisrettungsdienst).

  4. Digitalen Alarm-Umsetzer (DAU): Das sind elektronische Einrichtungen samt Antenne, die über den Kreis verteilt etwa in Rettungswachen und Feuerwehrgerätehäusern installiert sind. Sie streuen den Alarm weiter in die Fläche auf die Geräte der Einsatzkräfte. Diese DAU nähern sich zum Teil dem Ende ihrer Nutzungsdauer.

  5. Alarmierung und Kommunikation soll ausfallsicher ausgestattet werden: 20 Digitale Meldeempfänger und zehn Satellitentelefone sind dafür vorgesehen.

Logo