Planungen für das Pastorat in Herzebrock gehen in die nächste Runde
Die Planungen für die zukünftige Nutzung des Pastorats in Herzebrock gehen in die nächste Runde. Nachdem der Ausschuss bereits im März 2026 über die Fördermöglichkeiten im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) informiert worden war, wurde die Entwurfsplanung bis zur Leistungsphase 3 beauftragt. Ziel ist es, die Voraussetzungen für einen Antrag auf Städtebauförderung zu schaffen. Die Antragsfrist endet Ende Oktober 2026, eine mögliche Bewilligung wird im Jahr 2027 erwartet.
Positive Signale kamen bereits aus der Vorprüfung der Förderfähigkeit. Das Ministerium bestätigte über die Bezirksregierung, dass die geplante Umnutzung des Pastorats als ISEK-Maßnahme grundsätzlich förderfähig ist. Nach aktuellem Erlass könnte eine Förderung von bis zu 50 Prozent erreicht werden. Auch der gezahlte Kaufpreis von rund 400.000 Euro wird ebenfalls gefördert.
In einem Workshop mit den beteiligten Akteuren wurde die Planung am 23. März 2026 weiterentwickelt. Inzwischen haben die beauftragten Planungsbüros die Entwurfsplanung abgeschlossen. Die erforderlichen Unterlagen für die weitere Umsetzung und die Förderantragstellung liegen vor.
Mit der geplanten Umnutzung soll auch ein neuer Name Einzug halten. Da das Gebäude künftig nicht mehr als Pastorat genutzt wird, soll es künftig „Anna-Magdalena-Haus“ heißen. Der Name erinnert an Anna Magdalena von Sachsen-Lauenburg, die den Bau des Hauses seinerzeit in Auftrag gegeben hatte. Der neue Name soll zugleich verdeutlichen, dass es sich nicht nur um eine Sanierung, sondern um eine grundlegende Neuausrichtung und Umnutzung des historischen Gebäudes handelt.
So sieht die aktuelle Planung aus
Das Pastorat soll künftig zu einem multifunktionalen Gebäude mit verschiedenen Nutzungs- und Begegnungsmöglichkeiten entwickelt werden. Die Planungen umfassen die künftige Raumaufteilung sowie Flächen für gemeinschaftliche, kulturelle und öffentliche Nutzungen. Perspektivzeichnungen, Grundrisse, Ansichten und ein Terminplan zeigen bereits, wie das Gebäude künftig gestaltet und genutzt werden könnte.
Planungsbilder:
Im Gebäude sind zahlreiche Veränderungen vorgesehen. Herzstück im Erdgeschoss bleibt das bisherige Trauzimmer, das künftig deutlich flexibler genutzt werden soll. Geplant ist eine neue zweiflügelige Tür als separater Zugang für Brautpaare, zudem soll der Raum für Vorträge, Lesungen, Seminare, Tagungen, Empfänge und Ausstellungen nutzbar sein. Moderne Licht- und Lüftungstechnik, eine optimierte Raumakustik sowie die Möglichkeit zur Nutzung digitaler Präsentationstechnik sollen die vielseitige Verwendung unterstützen. Im Obergeschoss entstehen großzügige Kultur- und Ausstellungsräume. Dort sollen die Klostergeschichte sowie die Orts- und Heimatgeschichte präsentiert werden. Ergänzend sind Flächen für wechselnde Sonderausstellungen vorgesehen. Historische Elemente wie die freigelegte Holzbalkendecke bleiben erhalten und werden mit moderner Technik kombiniert. Ein Aufzug und barrierefreie Zugänge sollen künftig die Nutzung aller Ebenen ermöglichen.
Neben den Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen ist im Dachgeschoss eine sogenannte Wissenswerkstatt vorgesehen. Diese soll nicht nur von Schulen genutzt werden können, sondern auch Vereinen, Gruppen und Organisationen für Projektarbeit, Workshops, Besprechungen und Sitzungen zur Verfügung stehen. Die Räume sollen damit als Ort des Lernens, Arbeitens und Austauschs dienen.
Ergeschoss
Anbau (Eingang, Infrastruktur) 99,00 m²
Trauzimmer & Erschließung 95,00 m²
Caritas 143,00 m²
1. OG
Kulturraum 238,00 m²
Dachgeschoss
Wissenswerkstatt 175,00m²
Förderantrag und Finanzierung im Blick
Parallel wird mit der „Aufwertung Klosterareal Herzebrock“ eine weitere Städtebaufördermaßnahme für das Förderjahr 2027 vorbereitet. Beide Projekte sind aufeinander abgestimmt, die Antragsunterlagen wurden entsprechend vorbereitet.
Die Kosten für die Sanierung und den Umbau des ehemaligen Pastorats werden nach aktuellem Planungsstand auf rund 2,75 Millionen Euro veranschlagt. Gegenüber den bisherigen Berechnungen entspricht dies einer Steigerung von rund 339.000 Euro. Als Gründe nennen die Planer unter anderem allgemeine Baukostensteigerungen, zusätzliche Anforderungen aus Statik, Wärme-, Schall- und Brandschutz sowie Vorgaben der Denkmalpflege. Deutlich erhöht haben sich außerdem die Kosten für die Außenanlagen, deren Umfang erst im Zuge der vertieften Planung konkret festgelegt werden konnte. Bei der Haustechnik konnten Kostensteigerungen hingegen durch den Wechsel zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe weitgehend aufgefangen werden. Da die Maßnahme als Bestandteil des ISEK eingestuft wird, besteht nach aktuellem Stand die Aussicht auf eine Förderung von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten.
Unterstützt wird das Vorhaben auch von der Bürgerstiftung Herzebrock-Clarholz. Die Stiftung hat angekündigt, die Umnutzung des Gebäudes mit einem Beitrag von 200.000 Euro zu fördern. Dadurch soll die Umsetzung des Projekts zusätzlich gestärkt werden.
Die Planung der Umnutzung des Pastorats wurde am 28. September im Bauausschuss vorgestellt und mehrheitlich beschlossen. Die UWG, die FDP-Fraktion sowie ein Mitglied der CDU enthielten sich bei der Abstimmung. Im nächsten Planungsausschuss soll der Förderantrag nun um die Maßnahme „Umnutzung Pastorat“ erweitert werden. Anschließend kann der Antrag beim Fördergeber eingereicht werden. Die aktuelle Kostenberechnung und die Entwicklung der Projektkosten wurden in der Sitzung durch das beauftragte Planungsbüro vorgestellt und erläutert.
Mit der Aufnahme in das Förderprogramm könnte ein weiterer wichtiger Schritt für die Entwicklung des Klosterumfeldes und die zukünftige Nutzung des historischen Pastorats erfolgen.
Aktuelle Aufnahmen: