Leserbrief: Sensation oder Nebelkerze?

Leserbrief: Sensation oder Nebelkerze?

Leserbrief von Rolf Röhling und Wilhelm Thumel (Sprecherteam IWS), Herzebrock-Clarholz

Sensation oder Nebelkerze?

Straßen.NRW vermeldet eine wesentliche Veränderung der B64n-Planung für Warendorf. Und zwar eine abschnittsweise Reduzierung auf zwei Fahrbahnstreifen. Die bisher vorliegenden Informationen sind recht spärlich und lassen eine Analyse und Stellungnahme zurzeit nicht zu. Der Vorstand der Interessengemeinschaft Warendorf-Süd e. V. (IWS) erwartet daher eine umgehende Veröffentlichung der Daten aus der Verkehrszählung von 2018, des Verkehrsgutachtens und der überarbeiteten Pläne, um umfassend beurteilen zu können, was Straßen.NRW auf welcher Basis umgeplant hat. Gemäß der bisherigen Veröffentlichung hat sich an den Grundlagen der Planung wenig verändert: Kreuzungsfreiheit, Zahl der Brücken, Notwendigkeit eines Ersatzwegenetzes, Trennungswirkung, hohes zusätzliches Verkehrsaufkommen, Verlärmung etc. bleiben wie bisher. Nur der hohe Flächenverbrauch nimmt minimal ab. Sollte die Dreistreifigkeit lediglich durch eine Zweistreifigkeit mit Überholspuren abgelöst werden, ergäbe sich de facto gar keine Veränderung. Die Verkehrszählung 2018 dürfte wohl einen weiteren Rückgang des Verkehrs auf der B64 erbracht und den Schritt der Planer mitveranlasst haben. Wir weisen im Übrigen darauf hin, dass die Prognosen von Straßen.NRW hinsichtlich des erwarteten Verkehrs auf der Voraussetzung basieren, dass die B51 aus- und die B64n bis Rheda-Wiedenbrück neugebaut wird. Ohne diese Baumaßnahmen ergäbe sich überhaupt kein Verkehrszuwachs. Ausschlaggebend für die modifizierte Planung dürfte wohl eher die bevorstehende Resolution des Warendorfer Stadtrates für einen Planungsstopp gewesen sein, die einen unüberhörbaren politischen Widerstand gegen das Projekt B51/B64n bedeutet und noch verhindert werden soll.

Logo